Coronavirus: Krankenhäuser in Essen geben Ratschläge

Die Situation mit dem Coronavirus hat sich verändert, sagen Experten aus Essen. Bisher haben wir immer nur aus der Ferne zugeschaut, jetzt gibt die ersten Coronavirus-Erkrankten in Nordrhein-Westfalen. Was heißt das für uns in Essen? Wir haben mit zwei Essener Infektiologen gesprochen.

Frau im grünen Schutzanzug und mit Mundschutz auf einer Krankenhausstation
© Kostas Mitsalis / Radio Essen

Coronavirus: Neue Situation in NRW und auch in Essen

Seit dem späten Dienstag (25.02.) ist bekannt: Es gibt einen ersten bestätigten Coronavirus-Fall in NRW. Im Kreis Heinsberg bei Aachen ist ein 47-jähriger Mann erkrankt. Er liegt in der Uniklinik Düsseldorf auf der Isolierstation. Seit Zustand ist kritisch. Die Mediziner in Essen sehen der neuen Situation aber erstmal relativ enstpannt entgegen. Die Erkrankung sei so langsam vor der Haustür angekommen, so Sebastian Dolff von der Uniklinik. Trotzdem gebe es keine konkrete Gefahr für die Essener, weil es bisher nur vereinzelt Erkrankungen gibt. Vor allem seien Personen gefährdet, die Kontakte in die Risikogebiete wie China oder mittlerweile auch Italien hatten.

Coronavirus: Tröpfcheninfektion ist Haupt-Übertragungsweg

Der Coronavirus wird vor allem über Tröpfcheninfektionen übertragen. Erkrankte können durch Husten, Niesen oder Sprechen den Virus durch Tröpfchen nach außen bringen. Diese Tröpfchen können aber maximal zwei Meter weit fliegen, so Anne-Eva Lauptrecht von den evangelischen Kliniken Essen-Mitte. Durch das Hinterlassen von Viren auf zum Beispiel Türklinken kann das Virus auch verbreitet werden. Die Viren halten auf Oberflächen aber nur ein paar Stunden, heißt es von der Uniklinik. Deshalb ist dieser Übertragungsweg wesentlich seltener.

Coronavirus: Schutzmaßnahmen

In erster Linie solltet Ihr nicht in Menschenmassen gehen bzw. an öffentlichen Orten wie in der Straßenbahn oder im Zug eher Abstand halten und Euch von fremden Menschen körperlich abwenden. Ansonsten reicht es, die übliche Hygieneetikette einzuhalten. Das heißt: Regelmäßig Hände waschen, Hände auch desinfizieren, in den Arm niesen, keine Menschen anhusten und vermeiden, angehustet zu werden.

Mundschutz - ja oder nein?

Infektiologin Anne-Eva Lauprecht findet, dass der Mundschutz für gesunde Menschen keine große Schutzmaßnahme darstellt. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn Erkrankte ihn tragen. Durch den Mundschutz wird eine Barriere aufgebaut, an der die ausgeschiedenen Tröpfchen halt machen. Sie können so keine anderen Menschen erreichen und infizieren. Allerdings sind die meisten wirksamen Mundschutze schon seit vielen Wochen so gut wie ausverkauft. Krankenhäuser haben aber für das Pflege- und Ärztepersonal Vorräte.

Essen: Stadt hat Bürgertelefon eingerichtet

Die Stadt hat so viele Nachfragen zum Coronavirus bekommen, dass sie jetzt extra ein Bürgertelefon eingerichtet habt. Die Nummer ist: 0201 123 8888. Unter der Nummer könnt Ihr immer anrufen, wenn Ihr Fragen oder Sorgen rund um den Coronavirus habt.

© Radio Essen

In Essen hat es inzwischen neun Verdachtsfälle gegeben. Die Familie aus Stoppenberg war auf der Karnevalsparty im Kreis Heinsberg, auf der auch das Ehepaar war, das sich infiziert hatte. Nach einem Schnelltest konnte in Essen Entwarnung gegeben werden.

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