Corona-Talk bei Radio Essen: Virologe beantwortet Eure Fragen zum Corona-Virus

In diesem Tagen sind Virologen fast so gefragt wie Popstars. Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Mirko Trilling forscht an der Uniklinik in Holsterhausen. Er hat sich am 7. April 2020 zwei Stunden Zeit genommen, um bei Radio Essen Eure Fragen zum Corona-Virus zu beantworten. Er hat unter anderem erklärt, warum ein Mundschutz nicht immer gut ist, wie viele freie Betten es in der Uniklinik noch gibt und dass der Sommer die Situation verbessern könnte. Die Sendung könnt Ihr hier noch einmal anhören.

© Christian Bannier / Radio Essen

Viele Essener sind noch unsicher

Viele Essener sind immer noch verunsichert im Umgang mit dem Coronavirus. Wir haben deshalb hier noch mal die wichtigsten Fragen für Euch beantwortet.

Wie lange dauert es noch, bis das Virus wieder weg ist?

So genau kann man das noch nicht sagen. Mirko Trilling hofft, dass es im Sommer wegen der hohen Temperaturen schwieriger für das Virus wird zu überleben. Dafür spricht, dass bereits vier Coronaviren bekannt sind, die nicht hitzebeständig sind. Allerdings gibt es auch ein Coronavirus, dem Hitze nichts ausmacht. Aber selbst, wenn das Virus im Sommer verschwinden sollte, dann kommt es wahrscheinlich zurück, wenn es wieder kälter wird, sagt Trilling. Er geht allerdings davon aus, dass die Krankheitsverläufe mit der Zeit immer schwächer werden.

Wie kann ich mich am besten schützen?

Am wichtigsten ist es, Abstand zu halten, weil das Virus am häufigsten per Tröpfcheninfektion übertragen wird. Aber auch Masken oder Tücher, die man als Mundschutz trägt, können helfen und natürlich gründliches Händewaschen. Vor Übertragungen über Knöpfe in der Bahn, Kleingeld oder andere Oberflächen müsst Ihr aber nicht so große Angst haben, denn Schmierinfektionen sind eher selten, so Trilling.

Wann gibt es einen Impfstoff?

Das ist noch schwer zu sagen. Mirko Trilling glaubt aber, dass es dieses Jahr nichts mehr wird. Obwohl viele Menschen an einem Impfstoff arbeiten, kann der Prozess der Entwicklung nur schwer beschleunigt werden. Bevor der Impfstoff auf den Markt kommt, müssen viele Tests gemacht werden, damit er für uns auch sicher ist.

Sind flächendeckende Corona-Tests sinnvoll?

"Nein", sagt Trilling. Dafür fehlen uns Kapazitäten in den Gesundheitsämtern und Tests. Deshalb ist es im Moment besonders wichtig, die Personen zu testen, die Kontakt mit Infizierten hatten (zum Beispiel auch Ärzte und Krankenschwestern), oder die Symptome zeigen.

Die Sendung zum Nachhören:

© Christian Bannier / Radio Essen
© Christian Bannier / Radio Essen

Prof. Dr. Mirko Trilling war schon zu Beginn der Corona-Krise in Essen zu Gast im Radio Essen-Talk.

Dazu haben wir schon in einigen Talks Eure Fragen rund um die Corona-Krise beantwortet:

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