Schulstart in Essen mit neuen Corona-Tests und alten Problemen

Zum Schulstart nach den Weihnachtsferien gilt ein neues Verfahren bei den Lolli-Tests an Grundschulen. So wird das ab sofort ablaufen. Alle Schülerinnen und Schüler haben weiter Unterricht in Präsenz. Damit sind die alten Probleme aber nicht gelöst.

© Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Mehr Sicherheit mit neuem Verfahren für Lolli-Tests in Essen

Seit heute (10. Januar) gilt an den Essener Grundschulen ein neues Verfahren bei den Lolli-Tests. Die Schülerinnen und Schüler geben ab sofort zwei Proben ab. Die eine kommt in den sogenannten Pool, die andere wird einzeln eingesammelt. Wenn im Labor dann eine Poolprobe positiv ist, können direkt die dazu gehörenden Einzelproben ausgewertet werden. So ist schneller klar, welches Kind mit dem Virus infiziert ist. Das Labor sagt dann direkt den Eltern Bescheid. Damit müssen nicht wie bisher die Kinder einen Tag zuhause bleiben und im nachhinein eine Probe abgeben und auf das Ergebnis warten.

Das neue Verfahren sorgt zwar für eine schnellere Sicherheit für die Eltern, freut sich die Schulleiterin der Carl-Funke-Schule in Heisingen, sorgt aber auch für mehr Arbeit. Die Lehrerinnen und Lehrer müssen jetzt zusätzlich noch für jedes einzelne Kind extra Probenröhrchen vorbereiten. Auch der Leiter der Maria-Kunigunda-Schule in Karnap ist skeptisch, ob die Labore die Eltern immer erreichen. Dann geht die Nachricht über den positiven Test eventuell doch erst einmal an die Schule und die muss sich drum kümmern.

Neues Verfahren eine Erleichterung für Eltern in Essen

Für Eltern ist das neue Verfahren eine echte Verbesserung, erklärt ein Sprecher der Elternpflegschaft Essen auf Radio Essen-Nachfrage. Die Unsicherheit nach einem positiven Pooltest sei immer sehr aufreibend gewesen. Außerdem mussten die Eltern immer sehr kurzfristig eine Betreuung für ihre Kinder finden oder selbst zuhause bleiben. Das machen aber nicht alle Arbeitgeber ohne weiteres mit oder ist in manchen Berufen auch gar nicht möglich. So wurden die Kinder dann zu Oma und Opa geschickt oder bleiben mit 6 oder 7 Jahren allein zuhause. Mit dem neuen Verfahren erfahren sie bis zum nächsten Morgen spätestens, ob sie die Kinder in die Schule schicken können.

Schülervertreter sind skeptisch zum Schulstart

Ein Sprecher der Essener Schülervertreter ist skeptisch, ob der Präsenzunterricht wirklich der richtige Weg ist. Er beobachtet, dass immer noch Schülerinnen und Schüler keine Maske tragen, vor allem auf den Schulfluren, draußen und in ihrer Freizeit. Das Risiko einer Ansteckung sei immer wieder gegeben, meint er. Vor allem auch, weil an seiner Schule nur Ungeimpfte getestet werden, obwohl auch Geimpfte das Virus übertragen können. Wie sich die Situation weiter entwickelt mit der ansteckenderen Omikron-Variante ist sehr unsicher. Wenn Lehrerinnen und Lehrer erkrankt oder in Quarantäne sind, dann werden Kurse zusammen gelegt und dann sitzen sie mit deutlich mehr Mitschülern in einem Raum, auch das sorgt für kein gutes Gefühl. Auch viele Schulleiterinnen und Schulleiter gehen mit Sorgen nach den Ferien zurück an ihre Schulen.

Viele Eltern vor allem von jüngeren Kindern wünschen sich weiterhin den Präsenzunterricht an den Schulen. Nur so können Kinder wirklich lernen und ihre sozialen Fähigkeiten ausbauen. Ohne das Miteinander in der Schule ist das kaum möglich. Das sagt ein Sprecher der Elternpflegschaft im Gespräch mit Radio Essen. Vor allem auch für Kinder an den Förderschulen sei der Besuch dort sehr wichtig. Auch wenn in den Grundschulen bisher noch die wenigsten Kinder geimpft sind, ist es trotzdem gut, wenn sie weiter zur Schule gehen, sagt der Sprecher weiter.

© Radio Essen

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