Kitas in Essen: PCR-Tests werden ausgeweitet

Bei den Grundschulen werden die PCR-Testungen zurückgefahren, weil die Laborkapazitäten nicht ausreichen. Bei den Kitas hier in Essen werden die PCR-Tests jetzt sogar ausgeweitet. Wie das funktioniert, lest Ihr hier.

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© Ralf Rottmann/ Funke Foto Services

Kitas in Essen machen weiter PCR-Lollitests

Die Teststrategie in der Corona-Pandemie sorgt weiter für viele Diskussionen. Die Kapazitäten in den Laboren sind wegen der hohen Inzidenzen aktuell so knapp, dass an den Grundschulen die PCR-Tests schon deutlich zurückgefahren wurden. Dort gibt es jetzt nur noch PCR-Pooltests, das heißt die Teststäbchen ganzer Klassen werden zusammen ausgewertet. Wenn das Ergebnis positiv ist, gibt es eine zweite Testrunde, die dann einzeln ausgewertet wird. Bis zu dieser Woche gab es dafür auch PCR-Tests, jetzt werden wieder normale Schnelltests dafür verwendet. Das hatte bei vielen Schulen für großen Ärger gesorgt, weil diese Schnelltests deutlich unsicherer sind als PCR-Tests.

An den Kitas bei uns in Essen werden dagegen die PCR-Tests sogar wie geplant ausgeweitet. Die Stadt hatte erst Mitte Januar überhaupt mit PCR-Tests an den Kitas angefangen, zunächst nur mit 180 von 300 Kitas. Eigentlich sollten die restlichen 120 Kitas schon letzten Montag (24. Januar) dazukommen, das hatte die Stadt aber wegen der Änderung an den Schulen erst mal gestoppt. Jetzt ist klar: Die restlichen Kitas sollen übernächste Woche (ab 7. Februar) dazukommen. Sie nutzen dabei die Kapazitäten, die frei werden, weil die Tests an den Grundschulen zurückgefahren werden.

PCR-Tests in Essen: Unterschiede bei Schulen und Kitas

Die Diskussion um die Corona-Teststrategie ist auch deshalb so hitzig, weil die Hintergründe etwas kompliziert sind. Bei den Grundschulen liegt die Planungshoheit bei den Ländern, für Essen also bei der NRW-Landesregierung. Sie hatte bestimmt, dass die PCR-Tests an den Grundschulen beschränkt werden. Dadurch werden in dem Labor, mit dem die Stadt Essen bei den Kitas zusammenarbeitet, täglich bis zu 80.000 Probe-Möglichkeiten frei. Weil bei den Kitas die Stadt zuständig für die Planung ist und selbst mit den Laboren verhandelt, kann sie die freien Kapazitäten jetzt für die Tests an den Kitas nutzen.

Das Land NRW hatte bei der ursprünglichen Planung die Schulen deutlich höher priorisiert. Es hatte die PCR-Tests dort eingeführt und Anfang des Jahres auf doppelte Testungen ausgeweitet. Zu den Kitas hatte das Land damals gesagt, dass die Kapazitäten in den Laboren für flächendeckende PCR-Tests nicht ausreichen - den Städten aber freigestellt, sich selbst um Laborkapazitäten zu kümmern. So kommt die neue Situation bei uns in Essen zustande.

Neue Teststrategie an Schulen und Kitas bringt heftige Kritik

Viele Mediziner halten die Teststrategie in der aktuellen Form für falsch. Die Notfallmedizinerin und inzwischen deutschlandweit bekannte Bloggerin "Doc Caro" Caro Holzner hatte zur aktuellen Testpraxis an den Schulen gesagt, es sei besorgniserregend, den sicheren (PCR-)Test vorzuschalten und ihn mit einem unsichereren (Schnell-)Test zu verifizieren. Ulf Dittmer, der Chefvirologe der Uniklinik in Holsterhausen wurde im WAZ-Interview noch deutlicher. Er wolle gar nicht von Konzept oder Strategie sprechen, sagte er. Es sei stattdessen die pure Notlage, die "irgend so ne Idee hervorgebracht" habe. Das werde niemals funktionieren und die Schulen und Kitas in nur noch größere Schwierigkeiten bringen.

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