ThyssenKrupp steigt an der Börse ab

ThyssenKrupp aus dem Westviertel ist ab heute nur noch in der zweiten Börsenliga. Die Firma wird ab heute im MDAX gehandelt. ThyssenKrupp musste den DAX verlassen, weil es von den Zahlen her nicht mehr zu den deutschen Top-Firmen gehört. Den Platz übernimmt ab heute der Triebwerksbauer MTU.

Das gläserne Würfelgebäude von Thyssen-Krupp im Essener Westviertel.
© Radio Essen

ThyssenKrupp nicht mehr im DAX

"Dass uns der Abstieg aus dem DAX enttäuscht, steht außer Frage", sagt ThyssenKrupp-Chef Guido Kerkhoff. Aber er gesteht auch ein: "Unsere Performance war zu schwach". ThyssenKrupp steckt schon länger in der Krise, ist beim Börsenwert von den Top-Firmen im DAX mittlerweile weit entfernt. Der Abstieg ist vor allem ein Imageverlust: Thyssen und der Nachfolger ThyssenKrupp waren seit dem Start des DAX dabei, also seit über 30 Jahren. ThyssenKrupp versucht jetzt Geld in die Kassen zu bekommen. Unter anderem könnte die Aufzugsparte an die Börse gebracht oder sogar verkauft werden. Sie allein wird von Experten höher eingeschätzt als der Konzern als Ganzes.

ThyssenKrupp jetzt im MDAX

Ab heute ist ThyssenKrupp nur noch in der zweiten Börsenliga, dem MDAX. Experten sagen, dass das eine Chance zur Erholung ist. Dort dürften die Essener "ein sehr sichtbarer und dominanter Wert werden", sagt ein Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. Für ThyssenKrupp steigt der Münchener Triebwerksbauer MTU heute in den DAX auf. Die Firma hat einen Jahresumsatz von 4,6 Milliarden Euro und profitiert vom Wachstum in der Flugzeugbranche. In den letzten zehn Jahren ist die Aktie von MTU um 750 Prozent gestiegen.

Firmen aus Essen im DAX

Nach dem Abstieg von ThyssenKrupp bleiben noch zwei Essener Firmen in der ersten Börsenliga: Die Energiekonzerne RWE und E.ON. Es ist nicht der erste Abstieg einer Essener Firma: Im Jahr 2001 musste KarstadtQuelle den DAX verlassen. Die Firma aus Bredeney wurde damals durch den Börsengang der Deutschen Post verdrängt.

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