Emschergenossenschaft in Essen startet neues Projekt

Die Emschergenossenschaft in Essen hat ein neues Projekt begonnen. Mit einer neuen Anlage soll in Zukunft Phosphor aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden. Der Rohstoff ist selten und die Rückgewinnung ein Beitrag für die Nachhaltigkeit.

© Emschergenossenschaft

In Essen wird an neuem nachhaltigen Projekt gearbeitet

An der Stadtgrenze Essen/Bottrop steht die große Kläranlage der Emschergenossenschaft. Dort geht jetzt eine neue Demonstrationsanlage für die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm in Betrieb. Gerade wurde die Anlage offiziell eingeweiht. Phosphor ist ein begehrter Rohstoff und nicht unendlich verfügbar. Phosphor wird vor allem in Düngemitteln verwendet. Über unsere Nahrung wiederum gelangt Phosphor in das Abwasser und kann aus dem Klärschlamm gelöst und damit zurückgewonnen werden. Das Endprodukt ist eine Phosphorsäure in marktüblicher Konzentration. Für den Prozess wird die Asche aus dem Klärschlamm in der Anlage bearbeitet. Die Asche wird mit Salzsäure aufgeschlossen, um den Phosphor aus der Asche zu lösen. In einer Kombination aus Ionenaustauschern und Elektrodialyse werden andere Stoffe von der Rohphosphorsäure getrennt. Danach wird die Säure in die marktübliche Konzentration gebracht. In der neuen Anlage werden in den nächsten zwei Jahren die unterschiedlichsten Rohstoffe bearbeitet. Damit soll die dauerhafte Betriebsfähigkeit einer solchen Anlage getestet werden.

Essen geht mit anderen Städten nächsten Schritt für Nachhaltigkeit

Die Emschergenossenschaft in Essen hat sich mit zahlreichen anderen Wasserverbänden unter anderem mit dem Ruhrverband zusammen geschlossen und die Anlage gebaut. Dort sollen demnächst auch die Rohstoffe aus anderen Klärwerken verarbeitet werden. Die Anlage kann 1000 Tonnen Klärschlammasche im Jahr verarbeiten. 2029 beginnt in Deutschland die Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor. Die Wasserverbände müssen also reagieren und beginnen mit der neuen Anlage jetzt den ersten Testlauf. Das Projekt wird mit 6,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Wenn die Anlage wie geplant funktioniert, kann der Phosphor aus den verwendeten Düngemitteln in Zukunft wieder zurückgewonnen werden. Das ist ein Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

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