Discounter Aldi aus Essen führt Gebühr auf Obstbeutel ein

Seit dieser Woche kosten die dünnen Obst- und Gemüsebeutel in einigen Aldi-Läden einen Cent. Die Umstellung startet in Berlin, sagt Aldi auf Nachfrage von Radio Essen. Alle anderen deutschen Läden sollen bis Ende des Jahres folgen.

© Radio Essen

Aldi verlangt einen Cent für Obsttüten

Drei Milliarden Obst- und Gemüsebeutel aus dünnem Plastik haben die Deutschen allein im letzten Jahr verbraucht. Wohl auch, weil sie im Gegensatz zu den Tüten an der Kasse noch kostenlos sind. Bei Aldi kosten sie jetzt einen Cent. Aldi hofft, dass dadurch der Verbrauch deutlich zurückgeht, heißt es auf Radio Essen-Nachfrage. Seit ein paar Tagen führt der Krayer Discounter Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Gleichzeitig startet auch die Gebühr. Die ersten Läden mit Beutelgebühr sind in Berlin. Die anderen Läden in Deutschland folgen nach und nach, wenn sie ihre alten Beutel verbraucht haben. Ab November verkauft Aldi auch Mehrwegnetze für Obst und Gemüse.

Gebühr für Obstbeutel bei Aldi sorgt auch für Kritik

Aldi sagt, dass die Kunden in Berlin bisher überwiegend positiv auf die Gebühr für die Beutel reagiert haben. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze freut sich, dass Supermärkte etwas für den Umweltschutz tun. Marketingexperten sagen, dass die Aktion gut für das Image von Aldi ist. Andere Einschätzungen kommen von Umweltschützern:"Symbolpolitik" sagt die Deutsche Umwelthilfe. "Augenwischerei" sagt Greenpeace. Die Umweltschützer wollen, dass Aldi lieber Rabatt auf unverpackte Lebensmittel gibt, als Geld für die Beutel zu verlangen. Auch Konkurrenten ärgern sich. Edeka weist darauf hin, dass die meisten Lebensmittel bei Discountern ohnehin verpackt sind, deshalb würden dort verhältnismäßig wenige Beutel genutzt.

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