Corona-Notfallnummern in Essen: Frauenhaus, Telefonseelsorge & Co.

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass sich mehr Menschen in Notfallsituationen befinden. Hier stellen wir die wichtigsten Notfallnummern zur Verfügung.

Telefon
© Stephan Knipp / Radio Essen

Polizei Essen: Häusliche Gewalt in Corona-Krise gestiegen

Die Polizei Essen verzeichnet einen großen Anstieg häuslicher Gewalt. Die Polizei hat die Anzahl der Fälle vom 9. bis 23 März 2020 mit demselben Zeitraum aus dem Vorjahr verglichen. Dabei kam heraus, dass es in diesem Jahr fast doppelt so viele Fälle von häuslicher Gewalt in Essen und Mülheim gab. Ein Zusammenhang mit der Corona-Krise, weil so viele Menschen zuhause bleiben und Familien damit ständig aufeinander sitzen, ist möglich. Vor allem am Nachmittag und am Abend werden die Beamten häufig zu Einsätzen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gerufen. Häufig sind es Nachbarn, die die Polizei rufen, weil sie hören wie gestritten wird, Menschen stürzen oder sie ihre Nachbarn mit Blutflecken und blauen Flecken treffen. Die Polizei bringt solche Fälle automatisch zur Anzeige. Im Ernstfall müssen die gewalttätigen Partner sogar die Wohnung verlassen und bekommen ein Betretungsverbot.

Notfallnummern in Essen

Die wichtigsten Notfallnummern auf einen Blick:

  • Notarzt und Feuerwehr: 112 | Wählt den Notruf nur dann, wenn Menschen in Not sind, die Zeit drängt oder Ihr die Situation nicht einschätzen könnt.
  • Polizei: 110 | Wählt den Notruf nur dann, wenn Menschen in Not sind, die Zeit drängt oder Ihr die Situation nicht einschätzen könnt.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 | Der ärztliche Bereitschaftsdienst kümmert sich um Eure medizinischen Fragen, wenn die Arztpraxen zu sind und Eure Frage nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Auch bei einem Corona-Verdacht könnt Ihr beim ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen. Die Mitarbeiter können Euch dann sagen, wie Ihr Euch weiter verhalten sollt. Wichtig: Wenn Menschen in Not oder sogar in Lebensgefahr sind, ruft bitte einen Notarzt unter der 112.
  • Corona-Bürgerhotline der Stadt Essen: 0201 / 123 888 8 | Die Stadt Essen hat eine Hotline rund um alle Fragen zum Coronavirus eingerichtet. Hier könnt Ihr alle Fragen stellen und Euch bei einem Corona-Verdacht melden. Wer zum Beispiel vor kurzem aus einem Corona-Risikogebiet zurückgekommen ist oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatte, sollte sich in jedem Fall bei der Bürgerhotline des Gesundheitsamts Essen melden.
  • Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": 08000 116 016 | Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder Bedrohung fürchten. Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt. Besonders in Zeiten von Corona könnten viele Frauen häusliche oder sexualisierte Gewalt erfahren.
  • Frauenhaus Essen: 0201 / 66 86 86 | Im Frauenhaus Essen finden Frauen, auch mit ihren Kindern, Hilfe und Schutz vor häuslicher Gewalt. Das Telefon ist Tag und Nacht besetzt.
  • Frauenberatung: 0201 / 786 568 | Die Frauenberatung in Essen-Rüttenscheid unterstützt und berät Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt sind. Sie hilft aber auch Frauen in schwierigen Lebenssituationen wie Trennung und Scheidung.
  • Elterntelefon: 0800 111 055 0 | Das Elterntelefon berät Eltern, die nicht mehr weiter wissen. Die Mitarbeiter beraten Eltern, denen alles zu viel wird.
  • Hilfe für TäterInnen und Gefährdete: kein-taeter-werden.de oder die DGfPI | Auch Gewalt-TäterInnen oder Gefährdete brauchen in dieser Zeit besonders Hilfe. Vor allem diejenigen, die durch einen strukturierten Alltag ihre Verhaltensweisen unter Kontrolle halten, können jetzt Schwierigkeiten bekommen, wenn die gewohnte Struktur wegfällt.
  • "Nummer gegen Kummer": 116 111 | Wenn Kinder und Jugendliche Hilfe brauchen oder Sorgen haben, können sie sich an die Nummer gegen Kummer wenden. Das ist anonym und kostenlos.
  • Jugendnotmail: Kinder und Jugendliche unter 19 können sich auch an die Jugendnotmail wenden - dort können sie schreiben statt anzurufen. Hier kommt Ihr zur Seite der Jugendnotmail
  • Opfertelefon "Weisser Ring": 116 006 | Der Weisse Ring kümmert sich um Opfer von Straftaten. Die Opfer können dort über ihre Sorgen sprechen. Unter anderem können sich Männer, die häusliche Gewalt erleben, an diese Nummer wenden.
  • Silbertelefon: 0800 470 809 0 | Gerade zu Corona-Zeiten können ältere Menschen aus Essen sich einsam fühlen. Dafür gibt es das bundesweite Silbertelefon gegen Einsamkeit bei Senioren.
  • Telefonseelsorge: 0800 111 011 1 | Die Telefonseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der evangelischen und katholischen Kirchen in Essen. Dort können sich Essener mit verschiedenen Problemen melden, zum Beispiel wenn sie um jemanden trauern, Depressionen haben oder sogar Suizidgedanken haben.
  • Suchthilfe: 0201 / 403 840 | Die Suchthilfe ist für alle Anliegen rund um Suchterkrankungen zuständig. Unter der angegebenen Telefonnummer können sich zum Beispiel Personen melden, die Alkohol- oder Drogensüchtig sind. Auch trockene Alkoholkranke, die in der Corona-Krise fürchten rückfällig zu werden, können sich dort melden.
  • Pflegetelefon: 030 / 201 791 31 | Das Pflegetelefon ist für Angehörige von pflegebedürftigen Menschen. Unter anderem gibt es dort Antworten auf Fragen, wer für die Pflege eines Menschen finanziell aufkommt und was Angehörige machen sollten, wenn sie nicht mehr können.
  • Hilfetelefon "Schwangere in Not": 0800 404 002 0 | Das Hilfetelefon ist 24 Stunden erreichbar. Das Telefon richtet sich insbesondere an Frauen, die ihre Schwangerschaft aus verschiedenen Gründen verheimlichen wollen.
  • Hilfetelefon "Sexueller Missbrauch": 0800 225 553 0 | Personen, die sexuelle Gewalt und Missbrauch erlebt haben können sich an das Hilfetelefon wenden, ebenso wie Personen aus dem Umfeld Betroffener. Hier findet Ihr das Online-Angebot für Jugendliche. Hier könnt Ihr Mails hinschreiben: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de
  • Erziehungsberatungsstelle: 0201 / 885 133 3 | Hier könnt Ihr Euch melden, wenn Ihr Hilfe zu Erziehungsfragen braucht. Zum Beispiel wenn Kinder plötzlich wieder das Bett einnässen.
  • Sozialpsychiatrischer Dienst: 0201 / 885 344 6 | Der Sozialpsychiatrische Dienst berät und hilft Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen. Außerdem berät er die Angehörigen und Bezugspersonen der Betroffenen.
  • Schuldnerhilfe: 0201 / 827 260 | Die Schuldnerhilfe unterstützt Essener, die finanzielle Sorgen haben und nicht mehr weiter wissen.
  • Wohnungslosenhilfe: Hier gibt es Hilfe für Menschen, die keine eigene Wohnung haben.
  • Krisenhotline für Alleinerziehende: 0201/82774-799 | Die Krisenhotline für Alleinerziehende (ab 30.03.2020) vom Verband allein erziehender Mütter und Väter NRW kümmert sich um die Sorgen Alleinerziehender Eltern. Sie helfen, wenn zum Beispiel die Doppelbelastung aus Arbeit und Erziehung zu viel wird.
  • SPZ Familien-Hotline: 0201 / 879 360 4 | Das Elisabeth Krankenhaus in Essen-Huttrop bietet eine Familien-Hotline für Eltern, Kinder und Jugendliche an. Wenn die Familie viel Zeit miteinander verbringt und keine Außenkontakte mehr hat, kann das zu Problemen untereinander führen. Auch Eltern mit psychischen Problemen können sich dort melden.

Frauenberatung in Essen bietet heimliche Beratung an

Die Frauenberatung vom Verein "Frauen helfen Frauen" geht davon aus, dass die Gewalt gegen Frauen durch die Corona-Krise weiter zunimmt. Zwar sei es in der Beratungsstelle in Essen-Rüttenscheid aktuell überraschend ruhig. Das könne aber auch daran liegen, dass die Frauen aktuell nicht raus kommen und sich nicht trauen, in der Nähe des gewalttätigen Mannes, Beratung zu suchen, heißt es. Die Situation sei gefährlich. Nicht nur sind Paare und Familien aktuell konstant zusammen, möglicherweise sogar auf engem Raum. Auch wirtschaftliche Probleme können gewalttätige Männer noch zusätzlich stressen. Die Frauenberatung bietet deshalb die Möglichkeit an, dass Frauen auch Termine außerhalb der Geschäftszeiten machen können. Dann könnten die Frauen zum Beispiel alleine spazieren gehen und mit der Beratungsstelle telefonieren.

Das Frauenhaus bei uns in Essen hat auch viel zu tun. Das sei allerdings auch außerhalb der Corona-Krise so. Frauen, die Hilfe und Schutz benötigen, sollten sich möglichst vorab telefonisch beim Frauenhaus melden.

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