Radio Essen-Talk mit Psychologin: Was macht die Corona-Krise mit unserer Psyche?

Die einen entschleunigen in der aktuellen Corona-Lage in Essen, nehmen sich bewusster Zeit für sich selbst, mit Home Office, Spaziergängen und zuhause. Andere werden von Sorgen und Ängsten geplagt, sie haben den Job verloren oder er wird bedroht, die sozialen Kontakte fehlen. Was macht das mit unserer Psyche? Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Gesellschaft aus? Das wollen wir mit Psychologin Claudia Kader-Tjijenda klären, im Radio Essen-Talk am Donnerstag, 16. April von 16 bis 18 Uhr.

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Jeder spürt die Folgen der Corona-Krise

Es gibt viele Essener, die aktuell eine innere Unruhe spüren. Sei es durch Folgen der aktuellen Corona-Lage, die einen sehr belasten: Stress mit dem Job, Kurzarbeit, Existenzängste. Oder Konflikte sozialer Natur, wie fehlende Kontakte oder zu viel Nähe im eigenen Haushalt. Auch da kann das ständige Aufeinanderhocken jetzt sehr belastend sein und schneller zum Streit führen. Was macht die aktuelle Lage psychisch mit uns? 

"Letztendlich betrifft Corona uns alle und greift massiv in unser Leben ein", sagt die Psychologin Claudia Kader-Tjijenda im Gespräch mit Timm Schröder bei Radio Essen am Nachmittag. Sie hat eine Praxis in Rüttenscheid und spricht im Radio Essen-Talk über ihre Erfahrungen, wie sich die Corona-Krise auf die Essener und die Psyche auswirkt. "Auch die stabilsten Menschen haben jetzt Veränderung zu bewältigen“, so die Psychologin. „Es gibt Menschen, die reagieren da schnell drauf, indem sie unruhig werden, aggressiv werden oder schneller weinen - oder auch viel mehr essen“.

Sie ordnet ein, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Gesellschaft haben und gibt Tipps, wie wir mit der Lage besser umgehen können. Kader-Tjijenda rät, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Man müsse auch nicht alles zusammen machen, wenn man in einer Wohnung zusammen wohnt. Achtsam mit sich umzugehen sei aber besonders wichtig.

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Viele Menschen haben sich gefreut, dass die Politik Lockerungen angekündigt haben. Zum Beispiel sollen mehr Geschäfte öffnen dürfen. Doch das hilft kaum, mit der Krise selbst besser umzugehen: „Was hilft es mir, wenn ich wieder in Geschäfte gehen kann? Ich kann mich ja nicht sicher fühlen und die Unsicherheit bleibt. Es wird nichts so sein, wie unser Leben früher war“, so die Psychologin. Dass aber Toilettenpapier gehamster wird, hat sie auch überrascht. "Aber es scheint für viele Menschen zur Körperhygiene dazuzugehören. Und ich hab es bei mir selbst auch beobachtet: Ich bin in einen Supermarkt gegangen und habe zugegriffen".

Ihr Tipp: Möglichst gelassen sein und das tun, was nötig ist.

Das Gespräch zum Nachhören

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