Vier Wochen E-Scooter in Essen: Eine Bilanz

Vor vier Wochen wurden bei uns in Essen die ersten E-Scooter zur Leihe angeboten. Haben sich die Erwartungen, aber auch die Befürchtungen erfüllt? Wir haben mit der Stadt, der Polizei und der Verkehrswacht Bilanz gezogen.

E-Scooter
© Radio Essen

Verkehrswacht Essen sieht viele Sicherheits-Probleme beim E-Scooter

Nach vier Wochen mit den E-Scootern bei uns in Essen ist die Verkehrswacht weiter besorgt. Der Leiter der Verkehrswacht bekräftigt auf Nachfrage von Radio Essen, dass er die Roller gefährlich findet: Kleine Räder und schmaler Lenker, nicht genug Stabilität bei Schlaglöchern und Wurzeln, keine Blinker und keine Helmpflicht, zählt er auf. Dazu kommt ein anderes großes Problem aus Sicht der Verkehrswacht: Die Nutzer, vor allem die jungen, halten die E-Scooter für eine Art Spielzeug als für ein richtiges Verkehrsmittel und halten sich nicht an die Regeln.


Polizei bestätigt: einige Unfälle, vor allem aber Alkohol am Steuer ein Problem

Die Polizei bestätigt das auf Nachfrage von Radio Essen. Auch sie bemerkt, dass viele Fahrer den E-Scooter benutzen wie ein Spielzeug. Der Sprecher zählt eine Reihe von Verstößen aus den letzten Wochen auf: E-Scooter werden auf Gehwegen gefahren, verkehrt herum durch Einbahnstraßen und auch in den Verbotszonen, wie Parks und Fußgängerzonen. Der Sprecher erinnert deshalb daran, dass auch für E-Scooter die Verkehrsregeln gelten wie für Fahrräder oder Autos: "Die Scooter haben nicht ohne Grund ein Kennzeichen."

Es gab auch schon einige Unfälle, eine genaue Zahl kann der Polizeisprecher aber nicht nennen. Nicht immer wird im Unfallbericht unterschieden zwischen E-Scootern und E-Bikes, Elektrorollern oder ähnlichen Fahrzeugen.


Größtes Thema: Alkohol am Steuer

Die häufigsten Probleme hat die Polizei nach eigener Aussage mit alkoholisierten Fahrern. Allein in den letzten anderthalb Wochen wurden 20 Fahrer auf E-Scootern erwischt, die mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut hatten. "Die Fahrer denken zwar nach ein paar Bier daran, dass sie das Auto lieber stehen lassen sollten. Dass sie dann auch nicht mehr E-Scooter fahren dürfen, ist ihnen offenbar nicht klar", fasst der Polizeisprecher zusammen. Die Fahrer riskieren damit nicht nur Geldstrafen, sondern auch den Verlust ihres Führerscheins.


Stadt hat schon Verträge mit nächstem Anbieter von E-Scootern

Mit der Stadt haben wir von Radio Essen vor allem in die Zukunft geguckt, denn: Mit dem Anbieter "Tier" steht schon der nächste Verleiher von E-Scootern in den Startlöchern. Wann und wo er die ersten Roller anbietet, kann die Stadt nicht sagen. "Das entscheiden die Anbieter selbst, nach Angebot und Nachfrage", sagt eine Sprecherin.

Der bisherige Anbieter Lime war für Radio Essen kurzfristig nicht zu erreichen. Er scheint mit den Verleihzahlen bisher aber nicht unzufrieden zu sein: Die erste Ausleihzone in der Innenstadt wurd schon kurze Zeit nach Einführung nach Rüttenscheid erweitert.

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