
Weniger Radwege in Essen: Scharfe Kritik an neuer Verkehrspolitik
In Essen wird heftige Kritik an der neuen Verkehrspolitik von CDU und SPD laut. Beide Parteien wollen bessere Straßen, weniger groß ausgebaute Radwege und für mehr Sicherheit auf Schulwegen sorgen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 04.03.2026 15:04
Wer ist in Essen besonders enttäuscht von der neuen Verkehrspolitik?
Die Vertreter des Bürgerbündnisses RadEntscheid und vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) werfen der CDU und der SDP vor, dass sie mit der Neuausrichtung der Verkehrspolitik unkalkulierbare Risiken eingehen würden. Sie argumentieren, dass sie Zahl der Verkehrstoten in Essen steigen wird, weil die Radwege weiter schlecht und unsicher bleiben werden. Beim Umbau von Straßen mit Radwegen würde die Stadt die Mittel aus dem Budget für Radwege im Moment auch nutzen, um die gesamte Straße zu erneuern.
Wenn die Stadt aber nicht mehr so viele Radwege ausbaut, könnte sie auch nicht mehr so viele Fördermittel beantragen. Das Geld würde also fehlen, warnen die Vertreter vom RadEntscheid. Das Ziel, dass nur noch ein Viertel aller Verkehrsteilnehmer mit dem Auto unterwegs sein sollen, würden CDU und SPD nicht erreichen. Deshalb drohen wieder drastische Maßnehmen und neue Fahrverbote.
Außerdem warnen sie vor Lärm und Schadstoffen in der Luft, weil zu viele weiter mit dem Auto unterwegs sind. Radfahrer und Fußgänger würden auch die Straßen nicht so stark abnutzen, wie Autos. Auch das sorgt für höhere Kosten, erklären die Vertreter vom ADFC.
Was halten in Essen andere Parteien von den Vorschlägen von CDU und SPD?
Die Grünen in Essen, in der letzten Periode noch Koalitionspartner der CDU, kritisieren den Antrag von CDU und SPD zur Verkehrspolitik scharf.
"Die Auto-Koalition verabschiedet sich damit von den Zielen, Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu schaffen und Verkehrstote in Essen zu verringen." sagt Stephan Neumann von den Grünen.
Mit den Vorschlägen würden sich die Verkehrsprobleme in der Stadt nicht lösen lassen. Die Grünen fürchten, dass die Stadt so ihre Klimaziele nicht erreichen wird. Für ein attraktives Bus- und Bahnangebot müssten eigene Trassen für sämtliche Straßen- und U-Bahnlinien und wichtige Buslinien geschaffen werden, sagen sie.
Ausweichrouten über Nebenstraßen für Radfahrerinnen und Radfahrer lehnen die Grünen ab und warnen, dass diese nicht genutzt würden. Sie fordern weiter sichere und ausgebaute Radwege auf den Hauptrouten und Hauptverkehrsstraßen durch die Stadt. Besonders kritisch sehen die Grünen die Entscheidung zur Rüttenscheider Straße, auf der sich erst einmal nicht weiter verändern soll. Das würde möglicherweise zu einer neuen Klage der Deutschen Umwelthilfe führen.
EBB und FDP dagegen sehen CDU und SPD wieder auf dem richtigen Weg. Die Vertreter der beiden Parteien fordern bessere Straßen für Anwohnerinnen und Anwohner und für die Wirtschaftsunternehmen in der Stadt.