Neue Studie in Essen: Wieso wir auf Fake News reinfallen und wie wir uns schützen können

Falschmeldungen können uns alle treffen. Aber woran erkennen wir Fake News im Internet und was können wir dagegen tun? Eine Studie der Uni-Duisburg Essen möchte das herausfinden, um besser dagegen vorgehen zu können. Hier lest Ihr, wieso wir auf Falschmeldungen reinfallen und wie wir uns vor Fake News schützen können.

Essen: Studie will Fake News schneller aufdecken

In einer neuen Studie der Uni Duisburg-Essen geht es um Fake News. Geleitet wird sie von Professor Stefan Stieglitz, er ist Experte für professionelle Kommunikation in elektronischen Medien und Social Media. In einem ersten Schritt möchte die Studie herausfinden, wer im Netz falsche Informationen wie verbreitet und ob Menschen dazu in der Lage sind, sie als solche zu erkennen. Denn je schneller eine Falschmeldung erkannt wird, desto besser, sagt Stieglitz: „Bei der Bekämpfung der Fehlinformationen ist es wichtig, dass man schnell agiert. Nur so kann man vermeiden, dass sich die Fehlinformationen schnell verbreiten.“

In einem zweiten Schritt sollen Möglichkeiten zur Früherkennung von ganzen Kampagnen mit Fake News und mögliche Gegenmaßnahmen entwickeln werden. Außerdem wollen die Forschenden zusammen mit einem Berliner Industriepartner passende Softwarelösungen entwickeln, die automatisch Fake News erkennen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. In drei Jahren soll es erste Ergebnisse geben.

Polizei Essen könnte bald besser gegen Falschmeldungen vorgehen

Von den Erkenntnissen der Studie könnte bald auch die Polizei Essen profitieren. Sie könnte Fake News schneller erkennen und besser dagegen vorgehen. Dafür könnte es dann ein spezielles Trainingsprogramm für die Polizei geben. Stefan Stieglitz erklärt, wieso das wichtig sein könnte: „Bei Fake News denkt man immer an politische Kontexte, es gibt aber auch viele andere Kontexte. Auch bei einem großen Unfall, in den viele Menschen involviert sind, könnten Falschmeldungen beispielsweise verbreitet werden.“

Experte aus Essen: So könnt Ihr Fake News schnell entdecken

Um eine Falschmeldung schnell zu entlarven, rät der Experte aus Essen dazu, die Quellen immer mehrmals zu überprüfen: „Kenn ich die Quelle? Kommt sie mir vertrauenswürdig vor?“ Werden Fakten und Informationen zu emotional oder radikal dargestellt, ist das ein erstes Warnsignal, sagt Stieglitz. Bei uns oder anderen bekannten Medien könnt Ihr davon ausgehen, dass die Meldung schon hinterfragt und recherchiert wurde. Bei anderen, kleineren Kanälen könnt Ihr nochmal einen Test machen: „Die Information einfach mal auf mehreren Seiten vergleichen. Sagen alle das gleiche?“, erklärt Stieglitz.

Generell sollte man laut dem Experten immer mit einem gesunden Misstrauen durch das Internet gehen. So kann man ein Gefühl für Medien und Nachrichten entwickeln und lernt schnell, welchen Nachrichten man vertrauen kann und welchen nicht. 

Deswegen fallen wir auf Falschmeldungen rein

Aber wieso fallen wir überhaupt auf Falschmeldungen rein? Stieglitz macht klar: Fake News können uns alle treffen, egal ob jung oder alt. Der Grund ist simpel: „Bei Informationen, die unserem eigenen Weltbild entsprechen, tendieren Menschen dazu, weniger kritisch zu sein und glauben ihnen eher.“ Nachrichten, die uns schlüssig vorkommen oder Nachrichten, die wir glauben wollen, glauben wir also eher.

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