
Wie viele Menschen nehmen in Essen das Auto?
Immer noch nutzen in Essen etwas mehr als die Hälfte das Auto, um von A nach B zu kommen und ihre täglichen Wege zu erledigen. Das zeigt die aktuelle Umfrage zur Mobilität in Essen der Stadt. Für die Umfrage wurden 54.000 Essenerinnen und Essener angeschrieben. 8.287 haben die Fragebögen ausgefüllt. Das entspricht 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt und gilt damit als repräsentativ, erklären die Macher der Umfrage, das Büro "Planersocietät" aus Dortmund. 52 Prozent der Befragten sagen, dass sie ihre Wege mit dem Auto zurücklegen, 10 Prozent davon sind Mitfahrende. Neben Autos werden auch Motorräder und Motorroller genutzt. Auch diese Fahrzeuge werden mitgezählt. Ein ähnliches Bild zeigt auch eine nicht repräsentative Umfrage unserer Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl in der Innenstadt.
Wie bewegen sich in Essen andere Menschen?
Etwa 21 Prozent gehen in Essen zu Fuß. Das sind etwas mehr als noch in der letzten Umfrage 2019. 17 Prozent der Essenerinnen und Essener nutzen Bus und Bahn. Die Zahlen sind leicht um zwei Prozent gesunken. Auf Platz vier in der Umfrage kommt das Fahrrad. Damit legen 10 Prozent der Befragten ihre Wege zurück. Bei letzten Umfrage waren es nur 7 Prozent, die mit dem Rad unterwegs waren.
Die Stadt will bis zum Jahr 2035 eine andere Verteilung auf die Verkehrsmittel erreichen. Dann sollen nur noch ein Viertel aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden. Für drei Viertel der Wege sollen Essenerinnen und Essener andere Verkehrsmittel, also Bus und Bahn oder das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen.
Wie soll sich in Essen die Verkehrspolitik verändern?
Welche Maßnahmen in Essen dafür nötig sind, darüber wird gerade in Essen gestritten. Bis vor der Kommunalwahl im letzten Jahr lag der Fokus der Koalition aus CDU und Grünen vor allem auf dem Radverkehr und dem Ausbau der Radwege. Das soll sich jetzt ändern. CDU und SPD wollen in der Ratssitzung Ende März (25. März) die Richtung verändern und schlagen eine neue Verkehrspolitik für die Stadt vor. Beide Parteien wollen vor allem den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen. Der Bau von Radwegen steht dann nicht mehr an erster Stelle. Trotzdem sollen auch weiter Radwege gebaut werden, betonen CDU und SPD.
Die neue Richtung sorgt bereits jetzt für Kritik von den Befürwortern des RadEntscheids. Sie haben bereits Unterschriften mit einer Petition gesammelt, die am Mittwochnachmittag an die Politikerinnen und Politiker übergeben wird. Außerdem haben rund 300 Radfahrerinnen und Radfahrer am Montag (23. März) bereits auf der Rüttenscheider Straße bei einer Demonstration gezeigt, dass sie mit der neuen Politik nicht einverstanden sind.


