Essen: Demo gegen Corona-Maßnahmen verläuft friedlich

Am Flughafen Essen-Mülheim gab es an diesem Samstag erneut eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Bereits am 16. Mai demonstrierte die Gruppe "Nicht ohne uns Essen". Sie fühlt sich in ihren Grundrechen eingeschränkt.

© Sven Christian Schulz / Radio Essen

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Essen

Die Entwicklung:

  • Mit 200 bis 300 Menschen hat die Demo begonnen. Viele Familien sind gekommen. Die Veranstalter sprechen von knapp 400 Teilnehmern, die Polizei von 350 Menschen. Den Beamten zufolge blieb alles ruhig und friedlich - unser Reporter bestätigt dies.
  • Die Veranstalter weisen nochmal darauf hin, dass hier keine Verschwörungstheoretiker oder Rechtsextreme sind. Sie wollen ihre Grundrechte nicht weiter eingeschränkt sehen. "Wir sind keine Verschörungstheoretiker und geben denen auch keinen Raum", so Maik.
  • Heute standen besonders die Kinder im Fokus der Demo: Viele dürfen nicht in den Kindergarten und in die Schule. Mehrere Einzelfall-Berichte gab es auf der Demo. Es sprach zum Beispiel eine Kinderärztin.
  • Der erste Redner kritisierte, dass die Maske erst so spät eingeführt wurde: "Das ist, wie wenn man das Kondom erst nach dem Sex überzieht". Er hält die Corona-Maßnahmen für übertrieben und begründet dies damit, dass vor allem ältere Menschen sterben. Auch Bill Gates ist Thema der Rede.
  • Bei der Demo herrscht eine friedliche Stimmung, einige haben sich sogar Camping-Stühle mitgebracht zum Parkplatz P10. Die Redner fordern, den einzelnen Menschen mehr in den Blick zu nehmen, der von den Einschränkungen betroffen ist. Daher sollen die Einschränkung überprüft werden, so die Forderung.


Am Flughafen Essen-Mülheim gibt es an diesem Samstag (23. Mai) wieder eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Das Bündnis "Nicht ohne uns Essen" hat schon vor einer Woche (16. Mai) demonstriert, da kamen rund 300 Teilnehmer. Geplant waren damals 500. Die Polizei sprach im Nachhinein von einer friedlichen Demo. Die Demonstranten fühlen sich in ihren Grundrechten eingeschränkt. Diesmal soll es vor allem um die Freiheit für Kinder in der Corona-Krise gehen. Die Demo ist für maximal 1.000 Personen angemeldet. Sie startet um 15.00 Uhr am Flughafen Essen-Mülheim.

Anti-Corona-Demos in Essen nicht neu

Bereits in der Vergangenheit gab es einige kleinere Demos: Am ersten Mai-Wochenende fanden zwei Protest-Aktionen gegen die Corona-Maßnahmen statt. Eine wurde von der Polizei aufgelöst, die andere war mit rund 20 Teilnehmern klein und unauffällig, so die Polizei. An den letzten Wochenenden gab es in ganz Deutschland mehrere Demos mit Teilnehmern aus unterschiedlichsten Gruppen. Neben einfachen Kritikern der Corona-Maßnahmen waren auch radikale Impfgegner, Anhänger von Verschwörungserzählungen, Reichsbürger und Rechtsextremisten dabei. Die Veranstalter in Essen weisen daraufhin, dass hier keine Rechtsextreme auf der Demo waren.

Laut ZDF Polit-Barometer halten jedoch 81 Prozent der Menschen die Corona-Maßnahmen für angemessen oder wünschen sich sogar noch strengere Maßnahmen. Ebenfalls 81 Prozent lehnen die Proteste gegen Corona-Maßnahmen ab, so die repräsentative Umfrage vom 15. Mai 2020.

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