
Der Luxus rollt an: Glänzende Wohnmobile auf der Reise + Camping Messe in Essen
Auch in Essen haben viele Menschen diesen Traum: Unabhängigkeit und Abenteuer mit dem eigenen Camper. Leon aus Bredeney ist dabei, sich diesen Traum zu erfüllen - mit einem alten Wohnwagen. Das Kontrastprogramm gibt es seit Mittwoch (25. Februar) in Rüttenscheid. In den Messehallen ist die Reise + Camping Messe gestartet. Hier gibt es viel zu sehen: Vor allem aber luxuriöse Campingmobile. Denn gegen jedes Klischee ist Camping schon lange nicht mehr nur Lagerfeuer und mit Mücken kämpfen im Zelt.
Stattdessen gibt es echte Luxusmobile, denen es an nichts fehlt: Auf der Messe zum Beispiel ein voll ausgestattetes Wohnmobil für knapp 800.00 Euro. Wer sich das kauft, kann direkt losfahren.
Leon aus Bredeney ist davon weit entfernt. Statt voller Ausstattung mit Fußbodenheizung und WLAN on board träumt er vom Retro-Camping mit Gaskocher und Flaschenbier. Und das in seinem selbst ausgebauten Wohnwagen. Die Reaktionen?
"Manche packen sich an den Kopf und sagen 'digga, hast du eine Schraube locker?"
Aber der Reihe nach.
Leon erfüllt sich seinen Traum vom Wochenenddomizil in Essen
In Essen in einer kleinen Wohnung wohnen - das ist Leon auf Dauer zu beengt. Er wünscht sich mehr Freiraum und mehr Zeit draußen in der Natur. Deswegen möchte er sich ein Wochenenddomizil schaffen, wie er es nennt. Als er auf Ebay den 47 Jahre alten Wohnwagen gesehen hat, hat er direkt zugeschlagen.
Rund 3000 Euro hat ihn das alte Teil gekostet. "Eigentlich wäre er vielleicht nur die Hälfte wert gewesen", sagt Leon im Radio Essen-Interview. Aber das sei jetzt auch egal, weil es ihm gar nicht ums Geld gehe. Stattdessen baut er den Wohnwagen komplett von innen neu aus, damit der im besten Fall "auch die nächsten 47 Jahre noch hält". Radio Essen-Stadtreporterin Louisa Beer hat Leon auf seiner Baustelle besucht.
Alles raus, alles neu: Leon aus Essen baut seinen Wohnwagen komplett um
Der Wohnwagen, der in Essen steht, ist deutlich geräumiger als die meisten gewöhnlichen Wagen. Das liegt zum einen daran, dass er wirklich groß ist: Über 7 Meter lang und 2,37 Meter breit. Zum anderen hat er gerade keine Innenausstattung. Dafür stapelt sich im Inneren ganz viel Baumaterial. Die ursprüngliche Innenausstattung hat Leon komplett entfernt. Die fand er nämlich nicht mehr schön. Außerdem war der Wohnwagen nicht in so einem guten Zustand, wie Leon beim Kauf dachte.
Nachdem er hinter einer Wand Schimmel entdeckt hat, ist er kurz daraufhin mit dem Fuß im Boden eingebrochen. All das erzählt er aber mit einem Lächeln. Schließlich sind das auch irgendwie die Momente, die das Camper ausbauen zu so einem spannenden Projekt machen. Kalkuliert habe er vorher gar nichts, sagt Leon.
"Man muss sich einfach darauf einlassen und wenn es klappt, klappt es, und wenn nicht, dann halt beim nächsten Anlauf."
Statt rotem Bett und altem, heruntergekommenen Teppich möchte Leon ein offenes Konzept für seinen Wohnwagen. Auch die Möbel will er dafür komplett selbst bauen.
Learning by doing in Essen
Das Abenteuer Camping beginnt also nicht erst, wenn es auf die Reise geht, sondern schon beim Ausbau hier in Essen selbst. Das ist aber auch ganz schön viel Arbeit. Leon hat sich die meisten handwerklichen Fähigkeiten selbst beigebracht, dafür vor allem YouTube genutzt. Manchmal ist er noch nach der Arbeit am Werkeln, meistens aber vor allem an den Wochenenden. Und auch wenn die körperliche Arbeit anstrengend ist, fühlt sich Leon danach nie ausgelaugt - im Gegenteil.
"Du siehst, was du geschafft hast. Du hast jetzt vielleicht nicht die ganze Wand isoliert an einem Tag, aber das was du geschafft hast, hast du geschafft. Das ist ein total geiles Gefühl."
Reisen mit dem eigenen Camper? Das hängt am TÜV
Schon über ein Jahr arbeitet Leon aus Essen an dem Wohnwagen. Er hofft, im Sommer endlich fertig zu sein und freut sich besonders auf den Moment, wenn der Rohbau abgeschlossen ist und er die ersten Möbel bauen kann. Ob er mit dem Wohnwagen überhaupt reisen kann, steht noch nicht fest. Das hängt nämlich davon ab, ob der noch TÜV bekommt. Bei so einem Selbstausbau ist das nämlich oft nicht möglich. Schlimm wäre das für Leon aber nicht. Denn zum Reisen hat er zur Not auch noch einen selbst ausgebauten Van. Das Ausbauen hat es ihm nämlich wirklich angetan. Vielleicht sogar mehr als das Reisen.


