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Verallia in Essen - Mitarbeitende sind enttäuscht
© Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services
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Verallia in Essen - Mitarbeitende sind enttäuscht

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verallia in Essen hatten am Montag (30. März) ihren letzten Arbeitstag. Ihre Zukunft ist gerade noch unsicher.

Veröffentlicht: Donnerstag, 02.04.2026 12:03

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Wie war der letzte Tag bei Verallia in Essen?

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Am Montag (30. März) rollte die letzte Glasflasche im Verallia-Werk in Essen vom Band. Mehr als 100 Jahre Glasproduktionsgeschichte gingen damit zu Ende. Ein trauriger Tag für die über 300 Beschäftigten und Betriebsrat Andre Kladnik.

"Es war ein sehr bedrückendes, beklemmendes Gefühl - gerade vor dem Hintergrund, dass viele Mitarbeiter hier eine Geschichte von über 30 Jahren haben."

Am letzten Tag hat sich die Belegschaft getroffen, einige haben Kerzen aufgestellt und dann sind sie zusammen ein letztes Mal in den Feierabend gegangen. Wie, wo und ob es für sie weiter geht wissen sie noch nicht.

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Wie geht es mit den Verallia-Mitarbeitern in Essen weiter?

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Die über 300 beschäftigten in Essen müssen sich jetzt nach neuer Arbeit umschauen. Das Problem: Viele sind Jahrzehnte im Unternehmen gewesen, sind auf Glasproduktion spezialisiert - Glasproduktion, die es jetzt in Essen und näherer Umgebung nicht mehr gibt. Immerhin die Azubis können aufatmen. Sie wurden alle von umliegenden Firmen übernommen.

"Mehr konnten wir nicht retten, jetzt müssen wir das Beste aus den nächsten Gesprächen rausholen," sagt Andre Kladnik.

Der Betriebsrat Verhandelt jetzt mit Verallia über einen Interessenausgleich für die Belegschaft und einen Sozialplan. Währenddessen gibt es Gespräche zwischen Arbeitsamt und Belegschaft. Um wo anders weiter arbeiten zu können, müssen einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermutlich eine Umschulung machen - statt mit Glas könnten sie in Zukunft zum Beispiel mit Kunststoff arbeiten.

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Hätte Verallia in Essen wirklich schließen müssen?

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Im Radio Essen-Interview macht Betriebsrat Andre Kladnik seinen Standpunkt deutlich. Er sagt, die Glashütte in Essen sei Profitgier zum Opfer gefallen.

"Das ist in der Glasbranche so üblich. Man nimmt Glas vom Markt, um die Preise nach oben zu treiben. Das ist für mich der einzige Grund, warum man sich vom Werk trennt. Rein wirtschaftlich hätte man das Werk weiter betreiben können und die Krise überwinden müssen."

Laut Kladnik war das Verallia-Werk in Essen im letzten Monat zahlenmäßig das Beste. Trotz großer Bemühungen, Gesprächen mit Politikern und der Hilfe von Oberbürgermeister Thomas Kufen ist jetzt Schluss in Essen-Karnap.

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Andre KladnikBetriebsrat Andre Kladnik im Radio Essen Interview
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