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Glashütte in Essen muss schließen
© Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services
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Glashütte in Essen muss schließen

Der Glashersteller Verallia schließt sein Werk in Essen. Hunderte Arbeitsplätze könnten deswegen jetzt wegfallen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 18.02.2026 13:42

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Warum muss Verallia in Essen schließen?

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Ob Wein, Sekt, Spirituosen, Bier oder alkoholfreie Getränke: viele der Glasflaschen in den Supermarktregalen kommen vom Glashersteller Verallia in Essen. Nach eigener Aussage ist Verallia europäischer Marktführer und der weltweit drittgrößte Hersteller von Glasverpackungen für Getränke und Lebensmittel. Dazu zählen zum Beispiel die bekannten Fürst von Metternich-Sektflaschen oder die Flaschen vom Veltins Lager-Bier.

Trotzdem muss das Verallia-Werk in Karnap, die "Glashütte", jetzt schließen. Der Grund: zu große Produktionsmengen bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. Vor allem im Bier- und Weinbereich werden deutlich weniger Glasflaschen gebraucht, heißt es auf Radio Essen-Nachfrage. Eine fehlende wirtschaftliche Perspektive bei gleichzeitig hohen Produktionskosten hätte dem Unternehmen keine andere Möglichkeit mehr gelassen, als den Standort zu schließen. In einigen Wochen soll die Produktion dann komplett eingestellt werden. Auch die Produktion in Werken in Frankreich und England soll zurückgefahren werden.

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Wie viele Arbeitsplätze fallen in Essen weg?

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Wenn die "Glashütte" in Essen schließt, könnten rund 300 Arbeitsplätze wegfallen. Das bestätigte Verallia auf Radio Essen-Nachfrage. Als nächstes will das Unternehmen mit Betriebsrat und Gewerkschaften zusammenarbeiten um die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie möglich zu unterstützen und zu begleiten. Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen sicherte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Unterstützung zu:

"Gerade jetzt geht es vor allem um die rund 310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie dürfen in dieser schwierigen Situation nicht allein gelassen werden. Die Stadt Essen wird gemeinsam mit der EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH eng mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Perspektiven zu entwickeln und den Beschäftigten bestmögliche Unterstützung und Begleitung anzubieten. Unser Ziel ist es, die Auswirkungen so gut wie möglich abzufedern und neue Chancen für den Standort zu eröffnen. Die Stadt wird kurzfristig mit dem Betriebsrat und dem Management beraten, wie wir bestmöglich unterstützen können."

Auch die SPD hat sich durch Philipp Rosenau, Vorsitzender der Ratsfraktion, geäußert:

"Ohne jede Vorwarnung hat der Verallia-Konzern am Dienstag verkündet, sein Werk in Karnap bereits im März schließen zu wollen. Diese abrupte Bekanntmachung ist ein schwerer Schlag für unsere Stadt, der vor allem die Beschäftigten und ihre Familien aus heiterem Himmel trifft. Bisher standen die Zeichen in Karnap stets auf Fortführung des Betriebs – nicht zuletzt aufgrund größerer Investitionen in der jüngeren Vergangenheit. Insbesondere dieser Umstand macht die Kehrtwende des französischen Mutterkonzerns umso verheerender. Es muss jetzt darum gehen, Perspektiven für das Werk und seine 310 Mitarbeitenden zu entwickeln. Wir werden alles dafür tun, hier zu tragfähigen Lösungen zu kommen."
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