Urteil im Fall Luis: Gericht in Essen verurteilt Vater

Das Urteil gegen den Vater des verdursteten Kindes aus Essen ist gefallen. Er muss für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert.

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Essen-Altenessen: Vater von Luis schuldig gesprochen

Der Vater des verdursteten Luis aus Essen-Altenessen muss für 10 Jahre ins Gefängnis. Die Richter am Landgericht in Essen-Rüttenscheid haben den Mann wegen der Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit der Verletzung der Fürsorgepflicht schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor 12 Jahre Haft gefordert. Das Gericht hatte zwar auch Mordmerkmale geprüft. Dabei kam aber raus: Das Merkmal "Grausamkeit" ist vermutlich nicht gegeben, sagt der Sprecher des Landgerichts auf Radio Essen-Nachfrage. Ein rechtsmedizinisches Gutachten konnte nicht genau klären, ob der Junge lange gelitten hat oder ob er vorher schon geschwächt war. Möglicherweise ging alles auch ganz schnell, heißt es vom Landgericht. Außerdem waren die niedrigen Beweggründe wohl nicht gegeben, weil der Vater überfordert war. Der Vater hat sich im ganzen Prozess nicht geäußert.

Fall Luis hat für großes Entsetzen gesorgt

Der Fall um den kleinen Luis hat im Sommer 2019 für großes Aufsehen gesorgt: Der Vater hatte den Zweijährigen bei über 40 Grad eingeschlossen und verdursten lassen. Bundesweit gab es geschockte Reaktionen. Die Politiker bei uns in Essen setzte sich im Nachhinein genau mit dem Fall auseinander gesetzt. Das Jugendamt prüfte seine Arbeitsweise.

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