Fall Luis: Politiker planen Sondersitzung

Nach dem Verdursten eines Kindes in Altenessen gibt es eine Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses. Sie soll Anfang September sein. In Altenessen hat ein Vater seinen zweijährigen Sohn wohl verdursten lassen. Das Jugendamt kannte die Familie schon länger.

© Anja Wölker / Radio Essen

Jugendamt hinterfragt seine Arbeit

18 Stunden eingesperrt bei Hitze und kein Tropfen zu trinken. Das soll der Vater seinem zweijährigen Sohn Luis angetan haben. Der Junge wurde am Samstag tot in einer Wohnung am Ellernplatz gefunden. Der Fall hat jetzt Konsequenzen. Das Jugendamt hinterfragt seine Arbeit. Das ist Standard, sagt die Stadt. Es gibt regelmäßig Gespräche, wie die Arbeit verbessert werden kann. Bei Bedarf wollen wir unsere Standards anpassen, sagt der Essener Jugenddezernent Muchtar al Gusain. Er lobt gleichzeitig die engagierte und gute Arbeit im Jugendamt.

Sondersitzung im Jugendhilfeausschuss

Auch die Politiker interessieren sich für den Fall. Anfang September gibt es eine Sondersitzung im Jugendhilfeausschuss. Dort will das Jugendamt über seine Arbeit informieren. Konkrete Details aus dem Fall Luis dürfen die Mitarbeiter aber auch den Politikern nicht sagen. Es geht um Standards im Kinderschutz, rechtliche Rahmenbedingungen und Hilfeansätze, heißt es. Die Politiker im Jugendhilfeausschuss sollen dabei auch beraten.

Jugendamt kannte die Familie von Luis

Die Familie des verdursteten Zweijährigen war dem Jugendamt bekannt. Sie wurde seit Ende letzten Jahres unterstützt, sagt die Stadt. Dabei ist aufgefallen, dass sie sehr viel Hilfe braucht. Deshalb sollte eigentlich Anfang August eine intensive Betreuung starten. Das Jugendamt betont, dass die Kinder nicht in Gefahr waren und deshalb in der Familie bleiben durften. Der Vater sitzt weiter in Untersuchungshaft. Die beiden Geschwister von Luis sind jetzt in der Obhut des Jugendamtes.

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