
Geflohener Gefangener aus Essen - Was ist der Stand der Ermittlungen?
Die Polizei Essen sucht auch eine Woche nach der Flucht des JVA-Häftlings Dijvar Gündüz unter Hochdruck nach ihm und seinen Komplizen. Diese hatten ihm am vergangenen Mittwoch (14. Oktober) bei einem Arzttermin in einer radiologischen Praxis am Kennedyplatz zur Flucht verholfen. Wie Arztbesuche für Gefängnisinsassen für gewöhnlich ablaufen, lest Ihr hier.
Die Polizei sucht seitdem mit einem Foto nach Dijvar Gündüz. Ein Sprecher der Polizei Essen sagt auf Radio Essen-Nachfrage, dass zwar einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen seien, der entscheidende Hinweis aber bisher noch nicht dabei gewesen sei. Die Polizei gehe jedem einzelnen Hinweis nach.
Wenn Ihr den in Essen geflohenen Gefangenen seht, meldet Euch bei der Polizei über den Notruf 110 oder 0201 8290. Sprecht ihn nicht an, er und seine Komplizen könnten bewaffnet sein.
Was droht dem in Essen geflohenen JVA-Häftling?
Der in Essen geflohene JVA-Gefangene wurde wegen Drogendelikten zu zwölfeinhalb Jahren und wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Er saß in Untersuchungshaft, die Urteile waren noch nicht rechtskräftig.
Die Flucht aus dem Gefängnis ist grundsätzlich straffrei, das wird mit dem natürlichen Freiheitstrieb begründet. Gündüz' Komplizen haben sich aber strafbar gemacht, als sie ihm zur Flucht verholfen haben. Wenn ein Häftling bei seiner Flucht Justizvollzugsbeamte, Polizeibeamte oder andere Menschen verletzt oder andere Straftaten begeht, macht er sich aber sehr wohl strafbar. Für alle Straftaten, die Dijvar Gündüz während seiner Flucht begeht, werden neue Anklagen erhoben, sobald er gefasst wurde. Das erklärt das NRW-Justizministerium auf Radio Essen-Nachfrage.
