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Gefangener in Essen geflüchtet: Wie konnte das passieren?
© Radio Essen / Louisa Beer
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Gefangener in Essen geflüchtet: Wie konnte das passieren?

Am Mittwoch (14. Oktober) ist eine Gefangener bei einem Arztbesuch in Essen geflüchtet. Wie das passieren konnte und wie es jetzt weiter geht.

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Polizei Essen muss nach Gefangenen suchen: Wie konnte das passieren?

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Die Polizei Essen sucht auch am Donnerstag (15. Oktober) weiter nach dem 34-Jährigen Gefangen Dijvar Gündüz und seinen zwei Komplizen. Sie waren am Mittwoch vor einer Arztpraxis am Kennedyplatz in der Innenstadt geflüchtet. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei sind die beiden Komplizen bewaffnet. Sie hatten die zwei Justizbeamten angegriffen, die den Gefangenen beim geplanten Arztbesuch begleitet haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kam es noch im Hausflur der Arztpraxis zu einer Rangelei, bei der ein Beamter seine Waffe zog. Sie sei ihm aus der Hand geschlagen worden. Dann seien die Beamten überwältigt und gefesselt worden, die Männer seien in unterschiedliche Richtungen geflüchtet. Die Polizei Essen ermittelt den genauen Tathergang und die Hintergründe noch, außerdem sucht sie unter Hochdruck nach den Flüchtigen. Es seien auch schon Anrufe eingegangen von Menschen, die meinen den Gefangenen gesehen zu haben. Gleichzeitig drängt sich die Frage auf: Wie konnte das alles nur passieren?

Die JVA Essen erteilt dazu aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Auskünfte, sagt sie auf Radio Essen-Nachfrage. Auch das Justizministerium NRW hat keine konkrete Antwort in diesem Fall, erklärt aber, wie Arztbesuche für Gefangene generell ablaufen.

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Wie laufen Arzttermine in Essen für Gefängnisinsassen normalerweise ab?

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Caroline Schlösser ist Pressesprecherin des NRW-Justizministeriums und sagt auf Radio Essen-Nachfrage, dass die Sicherheitsvorkehrungen immer einzelfallbezogen getroffen werden. Dabei fließt in die Abwägungen mit rein, warum jemand im Gefängnis sitzt, und ob er oder sie schonmal wegen Aggressivität aufgefallen ist. Die Gefangenen würden außerdem immer erst unmittelbar vor dem Arzttermin wissen, dass es für sie zu einer Untersuchung geht.

Auch Horst Butschinek, der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten erklärt: Normalerweise werden Gefangene in der JVA von Ärztinnen und Ärzten im Justizvollzug untersucht und behandelt. Dazu gehören zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen oder suchtmedizinische Behandlungen. Bei bestimmten Krankheiten und für einzelne Untersuchungen kann aber ein Besuch in einer Facharztpraxis notwendig sein. Dabei begleiten in der Regel bewaffnete Bedienstete der JVA den Häftling, fahren so nah wie möglich an die Arztpraxis heran und bringen den Gefangenen dann direkt in den Behandlungsraum.

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Gefangener in Essen auf der Flucht: Wie geht es jetzt weiter?

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Was in diesem Fall schief gelaufen ist, ermittelt die Polizei Essen noch. Unterdessen schaltet sich auch die Politik ein. NRW-Justizminister Benjamin Limbach hat den Angriff auf die beiden Justizvollzugsbeamten scharf verurteilt. Er sei erleichtert, dass sie nicht verletzt wurden und bedankte sich für ihren Einsatz. Es sei "ein dreister Angriff auf unseren Staat" gewesen, verübt "mit erheblicher krimineller Energie" am helllichten Tag. Wichtig sei jetzt, dass die Täter gefunden und die Hintergründe aufgeklärt werden. Limbach wird auch im Landtag am Freitag (16. Oktober) über den Vorfall sprechen. Er soll mündlich Bericht erstatten, bei einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Landtag. Beantragt hat das die SPD-Fraktion. Ursprünglich sollte es in der Sondersitzung ausschließlich um eine umstrittene Beförderung im Justizministerium gehen.

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