Siedlung in Essen soll so bleiben wie sie ist

Eine Siedlung in Essen soll möglichst so bestehen bleiben, wie sie immer noch ist. Die Anwohnerinnen und Anwohnern sollen möglichst wenig an den Häusern verändern. Politikerinnen und Politiker beraten darüber.

© Stadt Essen

In Essen soll eine Siedlung möglichst unverändert bleiben

In Essen soll jetzt endlich eine Entscheidung beim Streit um die Eyhofsiedlung fallen. Die Politikerinnen und Politiker im Stadtplanungsausschuss beraten am 7. September darüber. Im Rat der Stadt Ende des Monats wird abgestimmt. Für die Eyhofsiedlung in Stadtwald soll dann eine Erhaltungssatzung gelten. Das bedeutet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner noch einiges an den Häusern verändern können, aber den grundlegenden Charakter der Häuser und die Struktur der Siedlung darf dann nicht verändert werden. Die Anwohnerinnen und Anwohner können dann zum Beispiel ihre Häuser noch energetisch sanieren oder auch Rampen anbauen, wenn das nötig ist. Darüber wurden sie noch einmal in einer Versammlung im Juni informiert. Da wurden alle Fragen beantwortet und die letzten Bedenken wohl ausgeräumt, erklärt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin im Gespräch mit Radio Essen. Deshalb wird die Erhaltungssatzung jetzt so wahrscheinlich auch beschlossen. Vorher hatte es viel Unruhe unter den Anwohnerinnen und Anwohnern gegeben, weil sich viele nicht sicher waren, was diese Erhaltungssatzung für sie bedeutet.

Siedlung in Essen ist einzigartig und schützenswert

Die Eyhofsiedlung in Essen wurde in den 1920er Jahren gebaut. Der Entwurf stammt vom Architekten Josef Rings. Die Siedlung erstreckt sich über mehrere Straßen, hat einen kleinen Mittelpunkt und lässt Blickachsen nach draußen in den Wald offen. Manche Häuser haben kleine Vorgärten, viele nach hinten raus einen größeren Garten. Die Gebäude an der Angerstraße, am Hagelkreuz, am Baumhof und am Waldblick haben eher ein geschlossenes Erscheinungsbild während die Gebäude am Waldsaum und am Eiland eher offener gestaltet sind. Insgesamt standen früher 155 Gebäude in der Siedlung, die praktisch auf fünf Entwürfen basieren. Die Gebäude haben alle nicht mehr als zwei oder drei Geschosse, eine Lochfassade und teilweise kleine Loggien. Mit der Erhaltungssatzung soll jetzt sicher gestellt werden, dass diese spezifische Eigenart der Siedlung so bestehen bleibt. Sie gilt als städtebaulich einzigartig und ist ein Beispiel für den Stil des "Neuen Bauens", erklären die Experten des Gutachterbüros STADTGUUT in ihrem Gutachten zur Satzung. Anlass für den Prozess waren die Pläne eines Bauträgers, einige Häuser am Anfang der Siedlung abzureißen und neu zu bauen. Bisher stehen die Häuser nur fast leer, ein Bauantrag liegt der Stadt Essen dazu aktuell nicht vor.

Weitere Nachrichten aus Essen

Weitere Meldungen

skyline