Rat in Essen entscheidet über Neubauprojekte

Wo gebaut wird, gibt es oft auch Ärger. Am Mittwoch (11.12.2019) ist Ratssitzung im Essener Rathaus, es geht um verschiedene Bauprojekte. Und mindestens zwei Bürgerinitiativen haben ihr Kommen angesagt, um still zu protestieren.

Demo Haarzopf
© Radio Essen

Streit um Neubaugebiete in Essen-Haarzopf und Kettwig-Ickten

Es geht vor allem um sieben Bauflächen, die aus dem Projekt "Wo wollen wir wohnen" übrig geblieben sind. Das war ein großes Bürgerforum, es wurden Flächen ausgewählt, die am ehesten für eine Bebauung in Frage kommen. Das waren mal 28, sieben davon sollen jetzt genauer untersucht werden. Diskussionen gibt es vor allem um die bis zu 180 Wohnungen an der Raadter Straße in Haarzopf. Auf dem Gelände war früher unter anderem eine Gärtnerei.

Das größte der sieben Bauprojekte soll an der Grenze Altenessen / Katernberg entstehen. Die Stadt möchte auf dem Industrie-Gelände an der Emscherstraße Platz für bis zu 2000 Familien schaffen. Hier sind aber noch Verhandlungen mit den Eigentümern notwendig. Und außer der Reihe geht es im Rat auch noch um ein Bauprojekt in Kettwig, das Gelände der früheren Tennisplätze an der Icktener Straße soll bebaut werden. Hier gibt es schon ganz konkrete Pläne, aber Probleme mit der Genehmigung.

Essener Bürgerinitiativen schreiben Brief an OB Kufen

Die Bürgerinitiativen haben kein Rederecht im Rat und Krach dürfen sie auch nicht machen. Die Haarzopfer und Icktener wollen heute wohl mit Gesten still gegen die Entscheidungen protestieren. Vorab haben acht Bürgerinitiativen sich mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Kufen gewandt. Sie beschweren sich, dass ihre Aktionen bei Stadt und Politik keine Wirkung zeigen würden. Dabei hätten sie schon mehr als 16.000 Unterschriften gesammelt und übergeben. Die Stadt würde generell mehr Wohnungen planen als man braucht. Es solle tabu sein, Grüngebiete, Wälder und Freiluft-Schneisen zuzubauen. Stattdessen müsse man Baulücken schließen und gegen Leerstände vorgehen. Die Initiativen fordern in dem Schreiben einen "ernstgemeinten konstruktiven Dialog auf Augenhöhe".

Neubaugebiete: Interview vor der Ratssitzung

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