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Radweg in Essen erst mal ausgebremst - Folge der neuen Verkehrspolitik
Die große Rinderbachbrücke an der Ringstraße
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Radweg in Essen erst mal ausgebremst - Folge der neuen Verkehrspolitik

In Essen sollen mehr Straßen und Brücken saniert werden, dafür weniger Radwege neu gebaut werden. Das ist das Ziel der Verkehrswende in der Politik. Jetzt gibt es schon erste Konsequenzen.

Veröffentlicht: Freitag, 27.03.2026 10:24

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Warum soll in Essen der geplante Radweg nicht mehr gebaut werden?

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Lange schon wird in Essen ein neuer Radweg zwischen dem Ruhrtalradweg und dem Panoramaradweg geplant. Beide Radwege enden an unterschiedlichen Stellen in Kettwig vor der Brücke. Wenn Radfahrerinnen und Radfahrer von einem Weg auf den anderen fahren wollen, müssen sie über Hauptverkehrsstraßen und Nebenstraßen. Dort gibt es teilweise Radwege wie auf der Brücke über die Ruhr auf der Ringstraße. Die Radwege verlaufen aber nicht durchgängig. Das sollte sich nach dem Willen der Politikerinnen und Politiker vor der Kommunalwahl ändern und die Stadt hat dazu die Pläne gemacht.

Danach sollten entlang der Ringstraße und der Heiligenhauser Straße Radwege angelegt werden. Außerdem sollte die Route über die Landsberger Straße, die Arndtstraße, die Volckmarstraße und am anderen Ende über den Sengenholzer Weg führen. Anwohnerinnen und Anwohner an der Landsberger Straße, der Arndtstraße oder an der Volckmarstraße hatten Sorge, wie das mit dem Parken werden soll. Die Straßen sind kleine Anliegerstraßen und außerdem ist seit Jahren an der Volckmarstraße die kleine Rinderbachbrücke gesperrt. Gewerbetreibende an der Heiligenhauser Straße und der Ringstraße waren ebenfalls verärgert über die Pläne. CDU, SPD und weitere Parteien haben im Rat der Stadt am Mittwoch (25. März) entschieden, dass die Stadt vorerst die Radwege nicht bauen soll. Sie sagen, es sei nicht klar, ob die Radwege überhaupt gebraucht werden. Damit ist das eine erste Folge der eingeleiteten Verkehrswende. Kritiker wie die Grünen werfen den anderen Politikern vor, dass sie damit die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer gefährden. Die müssen zum Teil weiter auf der Straße fahren.

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Wie soll es in Essen jetzt weitergehen an der Ringstraße und der Heiligenhauser Straße?

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Die Politikerinnen und Politiker im Rat der Stadt Essen haben die Verwaltung jetzt beauftragt, zunächst Tempo 30 auf der Ringstraße zwischen der Werdener Straße und der August-Thyssen-Straße einzuführen. Das ist ein Versuch, um rauszufinden, ob nicht ein geringeres Tempo für mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer sorgt. Tempo 30 soll auf dem Stück für ein Jahr gelten. Die Stadt soll vorher Daten erheben, wie schnell Autos dort fahren und wie viele. Außerdem soll die Stadt messen, wie laut es ist. Danach, wenn das Tempolimit eingeführt ist, sollen ebenfalls weiter Daten gesammelt werden. Zum Beispiel, wie viele Unfälle es auf der Straße gibt und ob Autofahrerinnen und Autofahrer eine andere Route wählen. Wobei das schwierig wird, weil es keine echten Alternativen zu der Strecke gibt. Die Stadt soll außerdem nach weiteren Parkmöglichkeiten suchen, denn häufig parken Autos auch halb auf dem Gehweg an der Ringstraße - das ist allerdings verboten. An der Ringstraße Ecke Berschener Weg wird außerdem gerade neu gebaut. Dort entstehen neue Wohnungen. Die neuen Anwohnerinnen und Anwohner werden also für mehr Verkehr sorgen, wie sich das auswirkt, auch das soll die Stadt beobachten.

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Wie teuer wäre in Essen der Umbau geworden?

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In Essen sollten der Umbau der Straßen und die neuen Radwege 6 Millionen Euro kosten. Allein der Bau der Radwege wäre 3,67 Millionen Euro teuer geworden. Mit dem Umbau sollten auch zwei Bushaltestellen "Kettwig vor der Brücke" und "Am Strang" barrierefrei ausgebaut werden. Jetzt soll noch die Bushaltestelle "Kettwig vor der Brücke" umgebaut werden. Mit den Radwegen wären auch die Straßen, also die Ringstraße und die Heiligenhauser Straße saniert worden. Außerdem sollte eine Ampelanlage erneuert werden. Auch die Beleuchtung an den Straßen sollte ausgetauscht werden. Die Pläne liegen jetzt erst einmal auf Eis bis klar ist, ob dort wirklich neue Radwege gebaut werden sollen. Die Entscheidung darüber fällt frühestens in einem Jahr, wenn der Versuch mit Tempo 30 beendet ist und die Ergebnisse vorliegen.

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