
Was soll in Essen bei der Verkehrspolitik geändert werden?
CDU und SPD in Essen wollen die Verkehrspolitik neu ausrichten. Straßen sollen saniert werden, Brücken müssen instand gesetzt werden, Radwege sollen so ausgebaut werden, dass sie der geltenden Straßenverkehrsordnung entsprechen. Bus und Bahn sollen schneller werden und ausgebaut werden. Die Schulwege für Kinder sollen sicherer werden. Beide Parteien wollen eine pragmatische Verkehrspolitik, die mit den begrenzten Mitteln der Stadt auskommt. Die Haushaltslage in Essen bleibt angespannt. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Fabian Schrumpf und der Fraktionsvorsitzende der SPD Philipp Rosenau erklären im Radio Essen-Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl, wie die neue Verkehrspolitik gedacht ist.
Was sagen in Essen die Kritiker im Rat?
Die Diskussion in Essen im Rat der Stadt über die neue Verkehrspolitik verlief kontrovers. Die Grünen sehen darin eine Rolle rückwärts in Richtung der 60er und 70er Jahre als Essen eine Autostadt wurde. Sie werfen CDU und SPD vor, dass sie dem Auto Vorrang einräumen und die Klimaziele der Europäischen Union verfehlen werden. FDP und EBB fordern, dass der Bau von Radwegen gestoppt werden müsse, weil die alte Verkehrspolitik der Wirtschaft und den Essenerinnen und Essenern geschadet habe. Die Vertreter der Partei die Linke lehnen die Politik der CDU und der SPD ab.
Was fordern in Essen die Kritiker der neuen Verkehrspolitik?
Mehr als 3000 Unterschriften wurden in Essen von den Vertretern des Bürgerbündnisses RadEntscheid an die Politiker von CDU und SPD übergeben. Die Vertreter fordern mit einer aktuellen Petition, den Beschluss des Rates zum RadEntscheid aufrecht zu erhalten. Sie kritisieren die Neuausrichtung der Verkehrspolitik von CDU und SPD. Das haben sie bereits mit einer Demonstration am Montag (23. April) auf der Rüttenscheider Straße deutlich gemacht. Sie fordern, dass weiter möglichst viele Straßen mit Radwegen ausgebaut werden. Die Luft soll sich verbessern, wenn immer mehr Menschen mit dem Rad oder Bus und Bahn fahren oder zu Fuß gehen. Welche Forderungen den Vertretern vom RadEntscheid am wichtigsten sind, das erklärt Roman Ebener im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl.
Wie kommen in Essen Menschen von A nach B?
Die Stadt Essen hat gerade die Ergebnisse der letzten Mobilitätsbefragung veröffentlicht. Immer noch fahren die meisten mit dem Auto oder mit dem Motorrad. Die Zahl ist nur leicht gesunken von 47 auf 42 Prozent. 21 Prozent der Befragten geben an, dass sie zu Fuß unterwegs sind. 17 Prozent - und damit zwei Prozent weniger - fahren mit Bus und Bahn. 10 Prozent nehmen das Fahrrad und das sind drei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. Genauso viele Menschen sind Mitfahrer im Auto oder auf dem Motorrad. Das Ziel ist aber, dass bis 2035 drei Viertel zu Fuß, mit Bus und Bahn und mit dem Rad unterwegs sind und nur noch ein Viertel der Menschen mit dem Auto fährt.
Nach wie vor wird in der Umfrage der Radverkehr schlechter bewertet als in vergleichbaren Großstädten. Dabei geht es um die Sicherheit auf Radwegen, an Kreuzungen und Radabstellmöglichkeiten in der Öffentlichkeit. Die Noten für den Fuß- und Autoverkehr fallen deutlich besser aus. Viele, die zu Fuß unterwegs sind, wünschen sich aber mehr Sitzgelegenheiten für Pausen und eine bessere Trennung von Rad- und Gehwegen.
Wie die Vorschläge der Politikerinnen und Politiker umgesetzt werden können - auch mit Blick auf den kommenden Mobilitätsplan - erklärt Umweltdezernentin Simone Raskob im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl. Die Grundlage für den neuen Mobilitätsplan der Stadt wurde jetzt gelegt.






