Landgericht Essen: Erste Urteile im Ehrenmord-Prozess

Das Landgericht Essen hat erste Urteile im Prozess um einen Ehrenmord in Essen gesprochen. Der Prozess hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Insgesamt waren 13 Mitglieder einer Großfamilie angeklagt.

© Till Schwachenwalde / Radio Essen

Wegen Corona: Sicherheitsmaßnahmen vor Gericht

Am Landgericht Essen haben die Richter im großen Prozess um einen versuchten Ehrenmord Urteile gesprochen. Es waren insgesamt 13 Mitglieder einer syrischen Großfamilie angeklagt. Sieben von ihnen müssen ins Gefängnis. Die höchste Strafe liegt bei 8 Jahren und 6 Monaten. Die Richter haben die Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe verurteilt. Sie haben Bewährungsstrafen bekommen. Zwei Angeklagte wurden zuvor aus dem Prozess ausgegliedert, weil ihre Tatbeteiligung wohl so gering war, sagt das Gericht. Gegen einen Angeklagten gibt es noch kein Urteil. Er möchte noch letzte Worte sprechen. Im Prozess hat er schon mehrfach angedeutet, dass er kein Verständnis für die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hat. Er sei in Syrien Lehrer gewesen und Lehrer würden sowas nicht machen, heißt es. Das Landgericht sagt aber, dass er klar auf einem Video der Tat zu erkennen ist.

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Vor Gericht standen 13 Mitglieder einer syrischen Großfamilie. Sie haben versucht, einen Mann in einem Hof an der Steeler Straße ermorden, weil der eine Affäre mit einer Frau der Familie hatte. Der Angriff war so brutal, dass er deutschlandweit Schlagzeilen gemacht hatte. Unter anderem wäre das Opfer fast skalpiert worden. Für den übrigens Angeklagten geht der Prozess am 17. April weiter.

Prozess unter Corona-Maßnahmen

Wegen Corona gab es spezielle Sicherheitsvorkehrungen am Gericht: Im Gerichtssaal waren insgesamt 50 Trennwände aus Plexiglas aufgestellt, um Abstand zwischen den Personen zu ermöglichen. Außerdem war weniger Platz für Zuhörer, es gab nur 10 Sitzplätze. Auch für die Dolmetscher war weniger Platz im Gerichtssaal: Nur zwei Dolmetscher durften mit rein. Die anderen Dolmetscher mussten sich in einem Nebenraum Bereit halten.

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