
Ja oder nein? Gebühren für den Rettungsdienst in Essen weiter ungeklärt
Bis Ostern sollte es in Essen eine Entscheidung geben, ob Patientinnen und Patienten in Zukunft einen Teil der Gebühren für den Rettungsdienst bezahlen sollen oder nicht. Die Frage ist weiter nicht geklärt.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.04.2026 10:49
Warum ist in Essen die Sache mit den Gebühren für den Rettungsdienst nicht geklärt?
Die Stadt Essen verhandelt aktuell weiter mit den Krankenkassen über die Gebühren für den Rettungsdienst. Bei den Verhandlungen geht es um die Frage, wer die Kosten bei sogenannten Fehlfahrten übernehmen soll. Fehlfahrten sind die Fahrten bei denen die Patientin oder der Patient nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Unter anderem können die Rettungskräfte immer wieder schon vor Ort den Patientinnen und Patienten helfen und müssen sie nicht mehr ins Krankenhaus bringen. Die Krankenkassen definieren die Fahrten mit dem Rettungsdienst aber immer noch als eine Transportleistung. Findet kein Transport statt, findet auch keine Leistung statt, argumentieren die Kassen. Diese Streitfrage sollte schon seit längerem mit einem neuen Gesetz geklärt werden. Aber auch hier gibt es nach wie vor weder bundesweit noch landesweit eine Lösung.
Müssen in Essen Patientinnen und Patienten zahlen, wenn sie den Rettungsdienst rufen?
In Essen werden auch weiterhin keine Gebührenbescheide an Essenerinnen und Essener verschickt, wenn sie die 112 anrufen und einen Rettungswagen brauchen. Das bestätigt ein Sprecher der Stadt Essen auf Radio Essen-Nachfrage. Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte in der Ratssitzung im Februar angekündigt, dass es bis Ostern eine Lösung geben soll. Die Stadt kann aber auch nach Ostern keine Lösung präsentieren und vertröstet die Bürgerinnen und Bürger weiter. Ende Mai in der Ratssitzung soll es einen Vorschlag der Stadt geben wie es mit den Gebühren für den Rettungsdienst weitergehen soll. Die Gebühren für den Rettungsdienst liegen in Essen im Vergleich mit anderen Städten an der oberen Grenze. Eine Fahrt mit dem Rettungswagen kostet in Essen 1020 Euro. Allerdings hat die Stadt schon seit mehreren Jahren nicht mehr die vollen Kosten von den Krankenkassen bekommen und immer selbst dazu gezahlt.
Wie reagieren in Essen die Bürgerinnen und Bürger?
An Karfreitag hatten mehrere Bürgerinitiativen noch einmal zu einer Demonstration gegen die Gebühren für den Rettungsdienst aufgerufen. An der Demonstration am Freitagabend nahmen allerdings nur 20 Personen teil, erklärt die Polizei Essen auf Radio Essen-Nachfrage. Nach der Ankündigung, dass die Stadt die Gebühren für den Rettungsdienst zumindest teilweise von den Essenerinnen und Essenern einfordern will, hatte es viel Empörung und Aufregung gegeben. Eine Petition dagegen läuft auch immer noch und dort haben inzwischen mehr als 7000 Menschen unterschrieben.