
Im Rettungswagen durch Essen – Radio Essen im Einsatz
Radio Essen-Frühschicht-Moderatorin Julia Crüsemann ist einen Tag lang bei einem Team im Rettungswagen mitgefahren. Um 12 Uhr ging's los: "Antreten"! Das bedeutet, dass die Rettungskräfte sich ablösen. Julia war unterwegs mit Rettungssanitäter Florian und Notfallsanitäter Marius. Das "alte" Team hat das Rettungsfahrzeug übergeben. Außerdem auch Checklisten, wichtige Geräte und Informationen zu Einsätzen. Das Fahrzeug wurde aufgefüllt mit wichtigen Medikamenten und zudem desinfiziert. Dann hat Julia mit dem Team auf den ersten Notruf aus der Leitstelle gewartet.
Rettungsfahrt in Essen - Die Hintergründe
Essen diskutiert gerade laut darüber, wie der Rettungsdienst künftig bezahlt werden soll. Die Stadt wollte, dass gesetzlich Versicherte die Kosten für eine Rettungsfahrt in Höhe von rund 267 Euro selber übernehmen. Die Krankenkassen wollen nicht mehr alle Kosten übernehmen – besonders bei sogenannten Fehlfahrten. Das sind Einsätze, bei denen der Rettungswagen kommt, aber niemand ins Krankenhaus gebracht wird, weil vor Ort geholfen werden konnte. Nach heftiger Kritik hat die Stadt Essen diesen Plan vorerst zurückgenommen – eine Lösung wird noch gesucht.
Wir von Radio Essen wollten die Menschen kennen- und verstehen lernen, die diesen Dienst jeden Tag leisten. Deshalb ist Radio Essen-Frühschicht-Moderatorin Julia Crüsemann ist sechs Stunden lang auf einem Rettungswagen von der Feuerwache Eiserne Hand im Ostviertel mitgefahren.
Was machen Rettungssanitäter eigentlich?
Rettungssanitäter sind oft als erste am Notfallort und übernehmen wichtige Aufgaben im Rettungsdienst:
- Sie sichern Unfallstellen und beurteilen die Lage.
- Sie versorgen Menschen medizinisch, zum Beispiel messen sie Puls oder setzen Verbände.
- Sie bringen verletzte oder kranke Menschen sicher in ein Krankenhaus.
- Sie unterstützen Notärzte und Notfallsanitäter bei ihrer Arbeit.
Wie sieht der Alltag im Rettungswagen aus?
Ein typischer Tag im Rettungswagen ist nie vorhersehbar. Der 24-Stunden-Dienst beginnt um 12 Uhr. Beim "Antritt" lösen sich die Rettungskräfte ab. Dabei werden Fahrzeuge übergeben, Checklisten, wichtige Geräte und Informationen zu Einsätzen und was auf dem Rettungswagen nachgefüllt werden muss. Danach sind die Rettungskräfte einsatzbereit und warten auf den Notruf aus der Leitstelle. Dann geht es meist schnell los: Blaulicht an und ab zum Einsatz. Einsätze können ein Sturz, Atemnot, ein Herzproblem – oder etwas ganz anderes sein. Vor Ort wird die Situation eingeschätzt, Erste Hilfe geleistet und entschieden, ob ein Transport ins Krankenhaus nötig ist. Zwischendurch müssen Geräte überprüft und sauber gemacht werden – denn jedes Einsatzfahrzeug muss jederzeit einsatzbereit sein.
Rettungsfahrten durch Essen - Was sind Fehlfahrten?
Fehlfahrten sind Einsätze, bei denen der Rettungswagen gerufen wird, aber am Ende niemand ins Krankenhaus gebracht werden muss. Das kann passieren, wenn jemand vor Ort schon wieder stabil ist oder die Sanitäter Hilfe leisten können, ohne zu transportieren. Gerade darüber diskutieren aktuell die Stadt Essen und die Krankenkassen, weil solche Fahrten nach aktueller Rechtslage nicht als Transportleistung abgerechnet werden dürfen.
Rettungswagen in Essen - früher vs. heute
Die Technik und die medizinischen Möglichkeiten im Rettungswagen haben sich stark weiterentwickelt. In den 1970er-Jahren gab es im Rettungsdienst weniger technische Hilfsmittel – vieles davon war medizinisch noch gar nicht möglich. Heute gibt es moderne Herz-Lungen-Überwachungsgeräte, Defibrillatoren, Infusionen und Sauerstoff-Versorgung, die lebensrettend sein können. Sanitäterinnen und Sanitäter können Vitalwerte genau messen und erste lebenswichtige Maßnahmen einleiten.
Dadurch können viele Menschen sicherer und besser versorgt werden, bevor sie im Krankenhaus ankommen.




