Hochwasser in Essen: So ist die Lage an Heiligabend

In Essen gilt weiterhin die zweite Hochwasserwarnstufe. Auch wenn die Lage gerade stabil ist, die Gefahr ist noch nicht vorüber, sagt der Ruhrverband. Alle Infos findet Ihr hier.

© Anna Bartl/ Radio Essen

Das sagt der Ruhrverband in Essen zur Entwicklung des Hochwassers

An Heiligabend stagnieren die Abflüsse an der unteren Ruhr, unter anderem auch deshalb, weil der Regen eine Pause gemacht hat. Der Ruhrverband schätzt die Lage für Essen als aktuell stabil ein, gibt aber keine Entwarnung und sagt deutlich: Die Hochwasser-Situation bleibt weiter bestehen, "wir sind noch nicht durch". Für die nächsten Tage sind weitere Regenfälle vorhergesagt, daher rechnet der Ruhrverband damit, dass das Wasser in der Ruhr auch noch einmal weiter steigen wird. Wie stark, das lässt sich aktuell nicht sicher vorhersagen. Die aktuellen Pegelstände findet Ihr hier.

Pegel der Ruhr in Essen steigt noch

Das Freibad in Steele war an Heiligabend auch wieder überflutet.© Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services
Das Freibad in Steele war an Heiligabend auch wieder überflutet.
© Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

In der Nacht ist der Pegel der Ruhr in Essen weiter gestiegen. Zwar nur noch sehr langsam, aber am Vormittag lag der Pegel bei 5,98 Metern, das ist etwa ein halber Meter mehr als am Vortag. Im Laufe des Nachmittags ging der Wasserstand leicht zurück auf 5,95 Meter (Stand: 16.00 Uhr). Die Feuerwehr Essen sieht die Lage aktuell relativ entspannt. Die zeitweise Zunahme des Pegelstandes ist langsam und das sei gut kompensierbar, heißt es, in den Talsperren ist noch etwas Platz. Markante Punkte, die vom Hochwasser betroffen sein könnten oder schon sind, werden regelmäßig durch die Feuerwehr kontrolliert. Dazu gehören unter anderem das Löwental, die Laupendahler Landstraße, die Langenberger Straße, die Brehminsel, das Gymnasium Werden, Uferbereiche des Baldeneysees und der Zufluss zum Deilbach in Kupferdreh.

Dennoch sind alle Kräfte gut vorbereitet, sollte sich die Lage ändern, heißt es. Dazu gehören die 139 Feuerwehrleute, die jeden Tag in Essen im Einsatz sind, über 550 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr und das THW. Unter anderem liegen aktuell 750 Sandsäcke vorgepackt auf einem LKW, die jederzeit dorthin gefahren werden können, wo sie gebraucht werden. Zusätzlich steht eine Sandsackmaschine zur Verfügung, die in kürzester Zeit weitere 5.000 Sandsäcke befüllen könnte.

So sieht es an Heiligabend in Kettwig vor der Brücke aus.© Anna Bartl/ Radio Essen
So sieht es an Heiligabend in Kettwig vor der Brücke aus.
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Wenn Ihr vom Hochwasser betroffen seid

Aktuell gibt es keine akute Gefährdung, heißt es von Feuerwehr, Stadt und Ruhrverband in Essen. Allerdings gilt eine Wetterwarnung, in den kommenden Tagen soll es weiter durchregnen.

Dazu heißt es von der Feuerwehr Essen:

"Die Feuerwehr, die Stadtverwaltung, die Stadtwerke, der Ruhrverband und das Lagezentrum der Bezirksregierung befinden sich in einem kontinuierlichen Austausch über die weitere Entwicklung der Pegelstände, um gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen zu können. Es sind vorbereitende Maßnahmen getroffen worden."

Wenn Ihr direkt im Hochwassergebiet wohnt, rät die Feuerwehr weiterhin, sich nicht dauerhaft in Kellerräumen aufzuhalten und wertvolle Gegenstände aus Kellern und Tiefgaragen zu räumen. Informationen, ob Ihr betroffen sein könntet, findet Ihr auf der Karte für Überschwemmungsgebiete in NRW, außerdem hat die Stadt ein Gefahrentelefon geschaltet, das erreicht Ihr unter der Nummer 0201 - 12 38 888.

Essen: Diese Verkehrseinschränkungen gibt es wegen des Hochwassers

Diese Straßen sind in Essen wegen des Hochwassers aktuell gesperrt:

  • Rund um die Rote Mühle in Heisingen
  • Langenberger Straße zwischen Überruhrstraße und Kurt-Schumacher-Brücke
  • Holteyer Straße zw. Charlottenberg und Hohe Holtey
  • außerdem ist der Weg von Kettwig nach Werden hinter dem Kattenturm überschwemmt
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Auch Werden ist vom Hochwasser betroffen

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Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bedankte sich auf der Plattform X bei "allen Einsatzkräften und den vielen Ehrenamtlichen, die sich in diesen Stunden gegen das drohende Hochwasser stemmen!". "Bitte geben Sie aufeinander acht!", appellierte er.

So war die Hochwasserlage in Essen in den letzten Tagen


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