Großbrand in Essen: Hier findet Ihr alle aktuellen Entwicklungen

Bei einem großen Brand in Essen haben viele Menschen ihr Zuhause verloren. Hier findet Ihr alle Entwicklungen im Überblick.

© Benedikt Kaninski/Radio Essen

Essen: So ist die aktuelle Lage rund um den Brand

15 Uhr: Viele Menschen haben beim Brand alles verloren - auch wichtige Papiere und Unterlagen. Die Stadt Essen will die Behördengänge für sie leichter machen. Die Betroffenen brauchen beim Bürgeramt Gildehof keinen Termin - insbesondere nicht bei der Urkundenstelle des Standesamts und der Zulassungs- und Fahrerlaubnisstelle der Stadtverwaltung. Für sie soll es keine Wartezeit geben und auch die 3G-Regelung gilt für sie ausnahmsweise nicht. In den Bereichen Bürgerservice, Standesamt, Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnisse müssen die Betroffenen keine Gebühren bezahlen.

14:30 Uhr: Das vom Feuer betroffene Gebäude muss komplett abgerissen werden. Der Schaden liegt in zweistelliger Millionenhöhe, sagt der Eigentümer des Gebäudes Vivawest. Der Abriss und die Sanierung des Gebäudes und der darunter liegenden Tiefgarage werden einige Zeit dauern. Vivawest will sich darum kümmern, dass die 128 Bewohnerinnen und Bewohner neue Wohnungen bekommen.

Der Ordnungsdezernent der Stadt Essen, Christian Kromberg, hat mittlerweile die Bauakten des Gebäudes von 2015 durchgesehen. Darin seien keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Pfusch am Bau zu finden, heißt es. Christian Kromberg:

"Sowohl im Baugenehmigungsverfahren als auch bei der Bauabnahme hat es keine Schwierigkeiten gegeben. Wir können und müssen zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass alles korrekt gelaufen ist."

10:30 Uhr: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach ist heute Vormittag am Brandort. Dort spricht sie mit Anwohnerinnen und Anwohnern. Die drei Personen, die mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen sind, konnten mittlerweile entlassen werden. Gegen 11 Uhr schickt die Polizei einen Roboter-Hund in die Brandruine. Er soll die Lage erkunden, bevor Menschen rein gehen können. Das Haus ist einsturzgefährdet.

Der Roboter-Hund hat vier Beine, Kameras und Sensoren. Er wiegt 35 Kilo und wurde gebaut, um in gefährlichen Orten die Lage zu erkunden, bevor dann Menschen reingehen können.© Kostas Mitsalis/Radio Essen
Der Roboter-Hund hat vier Beine, Kameras und Sensoren. Er wiegt 35 Kilo und wurde gebaut, um in gefährlichen Orten die Lage zu erkunden, bevor dann Menschen reingehen können.
© Kostas Mitsalis/Radio Essen

Das ist in Essen am Montag passiert

17 Uhr: Mittlerweile konnten alle vom Brand betroffenen Personen untergebracht werden - die meisten bei Familie und Freunden. 23 Personen wurden durch Vivawest in Hotels untergebracht, zwei Personen in einer Notunterkunft der Stadt Essen und eine Person im Malteserstift St. Bonifacius. Die Notbetreuungsstelle im Hörsaalzentrum der Universität Duisburg-Essen wurde aufgelöst.

16:30 Uhr: Die Polizei will am Dienstag (22.02.) einen neuartigen Roboterhund in den ausgebrannten Wohnblock schicken. Er soll mit einer Kamera den Brandort erkunden. Das Gebäude ist einsturzgefährdet und kann deswegen nicht von Ermittlern betreten werden. Der 35 Kilo schwere, vierbeinige Roboter mit dem Namen "Herbie" war erst vor einigen Wochen von NRW-Innenminister Herbert Reul in Duisburg vorgestellt worden.

Nachlöscharbeiten in Essen laufen noch

16 Uhr: Die Feuerwehr löscht immer noch Glutnester. Da akute Einsturzgefahr droht, müssen die Einsatzkräfte mit einer Drehleiter von oben den Brand löschen, erklärt Feuerwehr-Sprecher Christoph Riße

15 Uhr: Die Stadtverwaltung organisiert das Nötigste, um die Betroffenen zu versorgen - besonders Medikamente, Hygieneartikel und Kleidung.

14 Uhr: Aktuell laufen noch Nachlöscharbeiten, schreibt die Feuerwehr in einer Pressemitteilung. Statiker beurteilen große Teile des Wohnblocks als einsturzgefährdet. Es ist unklar, ob und wann sie betreten werden können.

13:30 Uhr: Die Brandursache ist weiter unklar. Das Feuer ist offenbar an einem Balkon ausgebrochen und hat sich durch den Wind über die Fassade und Balkone ausgebreitet. Das Gebäude ist ein Neubau aus dem Jahr 2015 und hatte Brandschutztüren. Ein Sprecher von Vivawest sagte auf Radio Essen-Nachfrage, dass alle Brandschutzauflagen beachtet worden seien. Die Wärmedämmfassade sei überwiegend mit nicht brennbarer Mineralwolle errichtet worden. Wie es trotzdem zu seinem solchen Großbrand kommen konnte, ermittelt jetzt die Polizei.

Mit einer Drehleiter löscht die Feuerwehr Glutnester in dem Gebäude. © Kostas Mitsalis/Radio Essen
Mit einer Drehleiter löscht die Feuerwehr Glutnester in dem Gebäude.
© Kostas Mitsalis/Radio Essen

Manche Wohnungen in Essen nach Brand wieder betretbar

13 Uhr: Viele der Betroffenen sind bei Verwandten und Freunden untergekommen. 27 Personen brauchen noch eine Unterkunft, sagt die Stadt auf Radio Essen-Nachfrage. Die Stadt hat ein Bürgertelefon geschaltet. Unter der Nummer 115 der Stadtverwaltung können sich Betroffene über alles rund um den Brand informieren.

12:30 Uhr: Langsam entspannt sich die Lage. Wer nicht direkt in dem betroffenen Wohnblock wohnt, kann zurück in seine Wohnung. Die ersten Anwohner sind schon wieder drin – manche haben aber festgestellt, dass sie doch nicht ganz verschont geblieben sind. Radio Essen weiß zum Beispiel von mindestens einer Wohnung, bei der die Scheiben geplatzt sind, wahrscheinlich wegen der großen Hitze. Wohnungen, die stärker vom Brand betroffen sind, müssen erstmal von Statikern geprüft werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner können also noch nicht in die Wohnungen zurück. Vivawest will als Eigentümer des Gebäudes Hotelzimmer oder andere Wohnungen für die Betroffenen vermitteln. Das schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Und es soll auch einen Hilfsfonds geben – wie viel da jeder bekommen kann, steht aber nicht drin. Betroffene Mieter können sich unter Tel. 0201 364040 an das Kundencenter von Vivawest wenden.

11:30 Uhr: Der Caritasverband für die Stadt Essen hat ein Spendenkonto eingerichtet. Wie Ihr den Betroffenen helfen könnt, erfahrt Ihr hier.

So sieht es rund 12 Stunden nach dem Brand aus.© Kostas Mitsalis/Radio Essen
So sieht es rund 12 Stunden nach dem Brand aus.
© Kostas Mitsalis/Radio Essen

Das ist in der Nacht in Essen passiert

In der Grünen Mitte in Essen ist in der Nacht zu Montag ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer ist an einem der Häuser im Neubaugebiet angefangen und hat sich durch den Sturm rasend schnell ausgebreitet. Insgesamt sind 39 Wohnungen und 128 Menschen betroffen. Drei Menschen wurden verletzt. Stundenlang war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Der heftige Wind hat die Löscharbeiten aber erschwert und immer wieder Glutnester angefacht. Die Anwohner wurden erst im Funke-Gebäude am Berliner Platz untergebracht. Am Morgen haben sie dann im Hörsaalzentrum der Uni darauf gewartet wieder in ihre Wohnungen zurück zu können. Durch das Feuer wurden auch umliegende Wohnungen beschädigt. Selbst an 15 Metern entfernt stehenden Gebäuden sind durch die Wärmestrahlung Rollläden geschmolzen und Fenster von außen beschädigt worden.

Ein Hörer, der in der Nähe wohnt, hat uns dieses Video vom Großbrand geschickt.

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