Germanwings-Prozess in Essen: Wer ist Schuld am Absturz?

Im Germanwings-Prozess am Landgericht in Essen fällt am Mittwoch die Entscheidung. Die Angehörigen einiger Opfer wollen mehr Schmerzensgeld. Außerdem geht es darum, wer an dem Absturz Schuld ist.

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Prozess um Germanwings-Absturz in Essen

24. März 2015: Ein Flugzeug von Germanwings stürzt in den französischen Alpen ab. 150 Menschen sterben. Der Co-Pilot soll das Flugzeug extra gegen einen Berg gesteuert haben. Er hatte Depressionen. Die Angehörigen der Opfer wollen, dass dafür jemand zur Verantwortung gezogen wird. Sie haben unter anderem die Germanwings-Mutter Lufthansa und eine Lufthansa-Flugschule in den USA im Visier. Beide sagen aber, dass die Ärzte ihnen nichts von der Krankheit des Co-Piloten erzählt haben. Die Ärzte hatten ihm eine Sondererlaubnis ausgestellt.

Richter in Essen verkünden Entscheidung zu Germanwings-Absturz

"Mir ist es wichtig, dass jemand sagt, dass ein Mensch mit Vorerkrankungen nie in einem Cockpit hätte sitzen dürfen", hat ein Angehöriger zum Prozessauftakt in Rüttenscheid Anfang März gesagt. Die Richter in Rüttenscheid haben aber schon durchblicken lassen, dass die Lufthansa wohl der falsche Adressat ist. Für die medizinische Überwachung von Piloten könnte auch der Staat verantwortlich sein, hieß es. Das würde dann bedeuten, dass sich die Klage eher gegen das Luftfahrtbundesamt richten müsste. Die entgültige Entscheidung fällt am heutigen Mittwoch.

Essen: Angehörige von Germanwings-Opfern wollen mehr Schmerzensgeld

Die Lufthansa hat den Angehörigen der Opfer bereits Schmerzengeld gezahlt. Jeder nahe Angehörige hat 10.000 Euro bekommen, dazu 25.000 Euro vererbbares Schmerzensgeld pro Todesopfer. Die Angehörigen finden das zu gering und fordern im Prozess deutlich mehr. Es geht um 30.000 Euro für nahe Angehörige und 50.000 Euro vererbbares Schmerzensgeld.

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