Essen: Contilia macht überraschend zwei Krankenhäuser dicht

Überraschende Wende: Die Contilia-Gruppe hat bekannt gegeben, ihre Krankenhäuser in Essen doch nicht zu verkaufen. Stattdessen will sie zwei ihrer drei Krankenhäuser schließen und das dritte ausbauen. Ursprünglich hatte die Contilia-Gruppe geplant, in Altenessen eine komplett neue Klinik zu bauen und dafür eine Kirche und ein älteres Krankenhaus abzureißen.

© Funke Foto Services/Herbert Höltgen

Contilia schließt Krankenhäuser in Essen

Der Aufsichtsrat der Contilia hat überraschend beschlossen, die Katholisches Klinikum Essen (KKE) GmbH nicht zu verkaufen. Dazu gehören drei Krankenhäuser in Altenessen, Stoppenberg und Borbeck: das Marienhospital, das Philippusstift sowie das St. Vincenz Krankenhaus. Das Philippusstift in Borbeck soll erhalten bleiben und ausgebaut werden, die beiden anderen Krankenhäuser werden in Zukunft nicht mehr betrieben. Damit wird es keine Geburtsklinik im Essener Norden in Zukunft mehr geben.

Im Januar war - auch damals überraschend - bekannt geworden, dass die Contilia ihre Krankenhäuser verkaufen will. Mit der jetzigen Entscheidung ist auch dieser Plan wieder vom Tisch. Dr. Dirk Albrecht, Vorsitzender der Contilia Geschäftsführung, sagt nun: "Ich bedaure insbesondere, dass es dadurch zu den Auseinandersetzungen innerhalb der Kirchengemeinde St. Johann Baptist gekommen ist". Das Kirchengrundstück gehört aber inzwischen der Contillia. Nun könnte eine Rückabwicklung stattfinden und die Kirche erhalten bleiben.

Krankenhaus-Kooperation in Essen

Die Pläne der Contilia für die Zukunft:

  • Philippusstift in Borbeck: Dies soll das Herz der medizinischen Versorgung und die zentrale Anlaufstelle für die Notfallversorgung im Essener Norden werden. Operationen, Behandlungen und Therapien sollen hier nah am Wohnort stattfinden. Dafür sind umfangreiche Neubaumaßnahmen geplant.
  • Marienhospital und St. Vincenz: Die Fachbereiche und Behandlungskapazitäten werden auf die übrigen Standorte der Contilia und der Universitätsmedizin Essen aufgeteilt oder in weiteren Kooperationen realisiert. "Die Häuser werden nicht weiter betrieben", so Contilia. Was mit den Häusern passiert, ist noch nicht klar. Am Standort Marienhospital will aber das Universitätsklinikum für "fachärztliche Betreuung, ambulantes Operieren und die Notfallversorgung" sorgen. In welchem Umfang, ist aber noch nicht klar.
  • Haus Berge: Hier soll die Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin ausgebaut werden.

"In zahlreichen Gesprächen haben uns Bürger und Stadtverantwortliche in den letzten Monaten deutlich gemacht, wie hoch sie den Stellenwert eines gemeinnützigen Trägers einschätzen", erklärt Contilia. Dies soll im Philippusstift in Zukunft realisiert werden. Gleichzeitig kündigte die Contilia an, nicht alle Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können. "Wir werden nicht alle Arbeitsplätze erhalten können", heißt es.

Bistum Essen bedauert Aus für Krankenhausneubau

Das Bistum Essen bedauert das endgültige Aus für den Krankenhausbau in Altenessen und ist in Sorge um die Mitarbeiter. "Das ist ein schwerer Schlag für Altenessen und löst zu Recht große Enttäuschungen bei vielen Menschen aus", erklärte Generalvikar Klaus Pfeffer. Er hofft, dass nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch die Beschäftigen in der Haustechnik, dem Service und der Verwaltung neue Arbeitsplätze finden. Der Kirchenvorstand von St. Johann Baptist in Altenessen will die Rücknahme-Option für das Kirchen-Grundstück (mit Pfarrkirche St. Johann Baptist, Pfarrzentrum und Pfarrhaus) nutzen. Den offiziellen Beschluss will der Kirchenvorstand bereits am Donnerstagabend fassen.

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