
Warum wurde die Burg in Essen archäologisch saniert?
Die Burgruine Altendorf an der Burgstraße im gleichnamigen Stadtteil Burgaltendorf besteht aus einer größeren Vorburg und einer kleineren Hauptburg mit Wohnturm. Eine Schüler-AG hatte in den 1960er-Jahren bereits Mauerstrukturen freigelegt, die jedoch nur teilweise wieder geschlossen wurden. In den vergangenen Jahren haben Witterungseinflüsse und Vandalismus die Mauerreste weiter beschädigt. Deshalb ließ die Stadtarchäologie die Fundstellen erneut freilegen und sanieren. Außerdem sollten neue Daten zum Alter der Burgruine gewonnen werden. Die genaue Bauzeit der Burg Altendorf ist bislang unbekannt: Die Familie Altendorf wird erstmals in Dokumenten aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt, die Burg selbst jedoch erst rund 200 Jahre später.
Was haben Archäologen in Essen entdeckt?
Im Sommer des vergangenen Jahres sollte die Burg Altendorf von der Stadtarchäologie Essen archäologisch saniert werden. Dabei stand insbesondere die Hauptburg der Burgruine im Fokus der Untersuchungen. Die Expertinnen und Experten entdeckten unter anderem, dass es zwischen dem Wohnturm und der Ringmauer offenbar ein weiteres Bauteil gegeben haben muss – möglicherweise eine Zisterne. Außerdem stießen die Forschenden auf einen Abortbereich, also eine mittelalterliche Toilettenanlage. Bei der Untersuchung der Erdschichten im Bereich des Burgturms entdeckten die Archäologinnen und Archäologen zudem zwei Feuerstellen. Dort fanden sie große Mengen Holzkohle sowie verbrannte Knochen. Die Fachleute vermuten, dass Bauarbeiter an diesen Stellen während der Bauzeit der Burg gekocht haben, als es eine Burgküche noch nicht gab.
Was bedeuten die Funde aus Essen?
Die Holzkohle aus den Feuerstellen wurde im Labor untersucht. Das Ergebnis: Die Burg Altendorf wurde bereits im 11. Jahrhundert errichtet. Die Holzkohleproben stammen vermutlich aus der Zeit zwischen 1033 und 1156. Damit können die Expertinnen und Experten nun sicher sagen, dass die Burg deutlich früher gebaut wurde als bislang angenommen. Im Zuge der Untersuchungen stellten die Archäologinnen und Archäologen außerdem fest, dass Menschen schon vor dem Bau der Burg in ihrer Umgebung gesiedelt haben müssen. Einige Fundstücke lassen sich sogar bis ins 10. Jahrhundert zurückdatieren.