Bundestagsabgeordnete aus Essen wollen Impfpflicht

Die meisten Essener Bundestagsabgeordneten unterstützen die Impfpflicht gegen Masern. Der Vorschlag dazu kam von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der Bundestag hat heute Grünes Licht gegeben.

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Die Impfpflicht kommt - JA im Bundestag

Der Bundestag hat heute über die geplante Impfpflicht debattiert und anschließend darüber abgestimmt. Um ca. 13:30 Uhr war klar: Die Impfpflicht kommt! Die Mehrheit aller Politiker hat im Bundestag dafür gestimmt. Damit müssen Eltern ab dem 01. März 2020 nachweisen, dass ihr Kind geimpft ist, bevor es in einer Kita oder Schule angemeldet wird. Andernfalls könnte ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro auf die Eltern warten.

Entscheidung über Masern-Impfpflicht

Die Impfpflicht ist wichtig und soll kommen. Da sind sich fast alle Essener Bundestags-Abgeordneten einig. Die Essener Politiker haben aber auch eigene Vorschläge oder Kritik.

Politiker aus Essen für Impfpflicht

Dirk Heidenblut von der SPD fordert zum Beispiel mehr reine Masern-Impfstoffe, damit nicht gleichzeitig auch eine Impfpflicht für Mumps und Röteln entsteht. Matthias Hauer von der CDU wünscht sich dagegen die Impfpflicht auch für weitere Krankheiten, zum Beispiel Keuchhusten. Kai Gehring von den Grünen ist auch für die Impfpflicht und wünscht sich zusätzliche Angebote wie Impfungen in Firmen und Einkaufszentren. Nur Stefan Keuter von der AfD ist gegen eine Impfpflicht. Die AfD stehe für eine freiheitliche Lebensweise, ein Impf-Zwang sei der falsche Weg.

Oberbürgermeister von Essen unterstützt Impfpflicht

Auch die wichtigen Politiker bei uns in Essen sind klar für eine Impfpflicht. Sozialdezernent Peter Renzel hat schon vor längerem gesagt, dass freiwillige Lösungen wohl nicht ausreichen. Er fordert, dass Kinder grundsätzlich geimpft werden. Bei Erwachsenen soll das überprüft und nachgeimpft werden. Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen hat sich klar positioniert: Er will die Impfpflicht bei der Aufnahme in eine Kita. "Wir lassen ja auch niemanden ohne Führerschein Auto fahren", sagt er. Essen hat in Sachen Masern schon zwei Mal Schlagzeilen gemacht. Einige Kitas, unter anderem in Rüttenscheid, Huttrop und Altendorf nehmen schon jetzt nur noch geimpfte Kinder auf. Und 2017 war Essen die Stadt mit den zweitmeisten Masernfällen deutschlandweit.


Die Meinung der Essener bundestagsabgeordneten

Auch die Essener Bundestagsabgeordneten haben abgestimmt. Dirk Heidenblut von der SPD und Matthias Hauer von der CDU haben mit Ja-gestimmt. Kai Gehring von den Grünen ist zwar für eine Impfpflicht, er hat sich bei der Abstimmung aber enthalten. Er bemängelt, dass der Gesetzentwurf nur eine Impflicht für Kinder in Kitas und Schulen umfasst. Er fordert auch Regelungen für Erwachsene. Denn: Bei den unter 30-Jährigen läge die Impfquote unter 50 Prozent. Stefan Keuter von der AfD hat gegen die Pflicht gestimmt. Für ihn sei ein Impf-Zwang der falsche Weg, hat er uns gesagt. Das Gesetz dazu soll nächstes Jahr im März in Kraft treten.

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