
Zweite Karriere in Essen: Sascha Dum arbeitet im Brauhaus
Die Lederhose sitzt, das weiße Hemd wird nochmal gerichtet. Sascha Dum nimmt zum Radio Essen-Interview auf einer Holzbank im Hofbräu in der Essener Innenstadt Platz. Der Ort ist nicht zufällig gewählt, denn: Es ist der neue Arbeitsplatz von Dum. Dass der Mann im Service früher einmal in der Bundesliga auf dem Platz stand, weiß längst nicht jeder der Gäste im Restaurant in der Markthalle.
Dabei hat Dum eine beachtliche Fußballkarriere hinter sich. Der ehemalige Profi spielte unter anderem für Bayer 04 Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg. In Leverkusen lief er mit bekannten Namen wie Bernd Schneider oder Toni Kroos auf. Heute hat der 39-Jährige Trikot und Stutzen gegen Trachtenweste und Kniestrümpfe getauscht.
Sascha Dum im Hofbräu in Essen: "Das Wichtigste ist Spaß"
Nach 83 Bundesliga-Spielen, 65 Zweitligapartien und 5 Einsätzen für die U21-Nationalmannschaft ist es ein logischer Wechsel, sagt Sascha Dum im Radio Essen-Interview mit einem Augenzwinkern:
"Ich glaube keinen meiner Ex-Mitspieler würde es überraschen, dass ich jetzt hier bin. Die Ernährung war schon während der Karriere immer sehr brauhaus-lastig. Da kann man davon ausgehen, dass es sich wie der richtige Weg anfühlt."
Dass Dum Spaß an seinem Job hat, fällt nicht schwer zu glauben. Ein lockerer Spruch und ein Lacher ist immer drin. Auch schon im Fußball, erzählt der gebürtige Leverkusener:
„Zur Bundesliga-Zeit war mir immer das Wichtigste: Spaß. Ich wollte in meinem Leben immer Spaß haben. So ein bisschen der Peter-Pan-Lifestyle: Nie erwachsen werden.“
Nach seiner aktiven Karriere ging es zunächst in eine ganz andere Richtung. Einige Jahre arbeitete Dum im Vertrieb. Dann wollte er die Gastronomie ausprobieren. Genau der richtige Schritt, denn "solange mir das so viel Spaß macht, will ich auch nichts anderes machen", erzählt Dum. Der Transfer ins Hofbräu in Essen wurde vom Betriebsleiter eingefädelt, den er noch aus einem anderen Restaurant kannte. Oder wie es Dum lachend beschreibt, "göttliche Fügung - für das Hofbräu."
Arbeit im Brauhaus in Essen hat Ähnlichkeit mit dem Fußball
Die Kleidung ist zwar ein Unterschied, "bequemer waren definitiv die Stutzen", sagt Sascha Dum, doch auch der Job im Service des Brauhauses hat ein paar Parallelen zum Fußball. „Es hat ein bisschen was von einer großen Fußballmannschaft“, erklärt er. „Man muss sich auf jeden einzelnen einstellen.“ Gemeint sind vor allem die Gäste:
"Manche Gäste wollen ein bisschen lustig und ein bisschen einen lockeren Spruch haben. Aber es gibt genauso gut Gäste, die wollen einen vorzüglichen Service. Dann schicke ich halt jemand anderen", lacht der ehemalige Profi-Fußballer.
Obwohl Dum in seiner Karriere in NRW gut rumgekommen ist und eigentlich kein gebürtiger Ruhrpottler ist, fühlte er sich dem Pott schon immer nahe, besonders dem Schlag Mensch. Inzwischen wohnt er auch in Essen.
Gourmet-Grätsche: Podcast zwischen Essen und Fußball
Dass Sascha Dum im Hofbräu erkannt wird, kommt eher selten vor. Und wenn, nimmt Dum es gelassen:
"Brauchen tu ich das nicht mehr. Es kommt auf die Reaktion an. Wenn ich nicht gerade durchbeleidigt werde, finde ich das ganz schön", so Dum.
Ein kleiner Hinweis auf seine Vergangenheit sticht auf seiner Wade aber hervor. Ein Tattoo von einem Warndreieck, darin ein Spieler, der einen anderen umgrätscht. Sein Warnsignal, wie Dum grinsend erklärt:
"Das sage ich den Gästen immer, wenn sie mich drauf ansprechen. Wenn sie nicht zahlen, könnte es schmerzhaft werden."
Dabei wird erneut deutlich: Dum hat mit seiner Karriere als Profifußballer und Bundesligaspieler abgeschlossen. Sein neues Leben ist im vollen Gange. "Wie bei einer Katze", vergleicht es Dum.
Natürlich hat Sascha Dum aber auch noch die ein oder andere spaßige Anekdote aus dem Fußball parat. Geschichten von Schokobons mit Teamkollegen auf der Hochzeitssuite gibt es nicht nur im kompletten Interview mit Radio Essen-Sportreporter Mario Arlt zu hören, sondern auch in seinem eigenen Podcast: Zusammen mit Betriebsleiter Dino Engelhardt macht Sascha Dum den Podcast "Gourmet-Grätsche". Ein Podcast, der beide Welten vereinen soll. Und vor allem das bringen soll, was Dum schon sein ganzes Leben wichtig war: Spaß an dem, was er tut.


