
Bevölkerungszahl in Essen sinkt leicht - Trendwende nach Jahren
Essen hat wieder etwas weniger Einwohner. Nach Jahren mit stabilen oder steigenden Zahlen zeigt die neue Bevölkerungsstatistik erstmals wieder einen leichten Rückgang. Woran das liegt, wer besonders betroffen ist und was sich in Essen gerade verändert, lest Ihr hier.
Veröffentlicht: Mittwoch, 21.01.2026 13:50
Bevölkerungszahl in Essen erstmals wieder rückläufig
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren in Essen 596.710 Menschen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Das sind 356 Einwohnerinnen und Einwohner weniger als ein Jahr zuvor. Damit liegt die Bevölkerungszahl erstmals seit 2011 – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 – wieder unter dem Vorjahreswert. Das geht aus der aktuellen Bevölkerungsstatistik des Amts für Statistik, Stadtforschung und Wahlen hervor. In der Auswertung wird darauf hingewiesen, dass Geburten, Sterbefälle sowie Zu- und Fortzüge im Zeitraum vom 22. bis 31. Dezember nicht enthalten sind, da das Einwohneramt in dieser Zeit geschlossen war.
Warum hat Essen weniger Einwohner?
Hauptgrund für den leichten Bevölkerungsrückgang ist ein sinkender Wanderungsgewinn. Es ziehen zwar weiterhin Menschen nach Essen, aber weniger als in den Vorjahren. Gleichzeitig deutet sich ein Rückgang bei den Geburtenzahlen an. Genaue Aussagen zu den Bevölkerungsbewegungen sind allerdings erst möglich, wenn die vollständigen Daten zu Geburten, Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen vorliegen. Diese werden im Laufe des Jahres erwartet.
Wird Essen internationaler?
Unabhängig vom leichten Rückgang der Gesamtbevölkerung zeigen die Zahlen deutliche Verschiebungen bei den Staatsangehörigkeiten. Die Zahl der Deutschen ohne weitere Staatsangehörigkeit ist im Jahr 2025 erneut gesunken und liegt bei 395.136 Personen. Das entspricht einem Rückgang von 6.113 Menschen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit auf 124.259 (+1.807). Den größten Zuwachs verzeichnen erneut die sogenannten Doppelstaaterinnen und Doppelstaater, also Menschen mit deutscher und einer weiteren Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl steigt um 3.950 auf 77.315 Personen.
Mehr als ein Drittel der Essener mit Zuwanderungshintergrund
Insgesamt haben inzwischen rund 34 Prozent der Essenerinnen und Essener eine nichtdeutsche oder doppelte Staatsangehörigkeit. Davon besitzen 21 Prozent ausschließlich eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit, weitere 13 Prozent sind Doppelstaaterinnen oder Doppelstaater. Der Anteil der Bevölkerung mit ausschließlich deutscher Staatsangehörigkeit liegt damit bei 66 Prozent. Zu den zahlenmäßig größten Gruppen zählen Menschen mit türkischer, syrischer, polnischer und ukrainischer Staatsangehörigkeit. Besonders stark ist 2025 die Zahl der Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit gestiegen.
Altersstruktur in Essen: Weniger Geburten, weniger Hochaltrige
Die Zahlen zeigen auch: Essen altert weiter. Vor allem bei den über 80-Jährigen gibt es aktuell einen Rückgang, während jüngere Jahrgänge schwächer besetzt sind. Gleichzeitig wächst der Anteil junger Menschen mit internationaler Geschichte. Für die Stadt bedeutet das nach eigenen Angaben: Schulen, Kitas, Wohnungsbau und Pflege müssen sich weiter anpassen.
