
Wie viel Stau gibt es in Essen?
Im letzten Jahr ist der Verkehr in Essen rund 39 Prozent langsamer geflossen, als er das bei freien Straßen getan hätte. Damit liegt das Staulevel in Essen bundesweit auf Platz zwei, zusammen mit Hamburg. Nur in Berlin ist es noch schlimmer. Da floss der Verkehr rund 40 Prozent langsamer.
NRW-weit ist Essen Stau-Spitzenreiter. Das zeigt eine Auswertung des Navi-Herstellers TomTom mit Daten von fest eingebauten Infotainmentsystemen in Autos, von TomTom-Navis und mit anonymisierten Smartphone-Daten. Demnach floss der Verkehr im letzten Jahr in den meisten Städten schlechter, sogar in der "Fahrradstadt" Münster. Nur in Kiel und Bochum verbesserte sich die Situation leicht.
In Essen lag das Durchschnittstempo auf den Straßen bei 36 Stundenkilometern. Pendlerinnen und Pendler hier verlieren damit rund 46 Stunden ihrer Lebenszeit pro Jahr in Stau und stockendem Verkehr.
Warum gibt es so viel Stau in Essen?
Warum es gerade in Essen so viel Stau gibt, sagten die TomTom-Experten nicht konkret. Generell hat das Stau-Problem aber mehrere Gründe. Zum einem bieten mittlerweile weniger Unternehmen Homeoffice-Möglichkeiten an. Dadurch pendeln wieder mehr Menschen zur Arbeit. Und weil mehr Menschen wegen hoher Mieten und zu wenigen Wohnungen von den Städten ins Umland ziehen, gibt es auch mehr Pendlerinnen und Pendler. Außerdem gibt es mehr Autos, viele davon sind SUVs, die mehr Platz auf den Straßen brauchen. Viele Baustellen tragen auch zum hohen Staulevel bei. Für das nächste Jahr gibt es laut TomTom daher keine Aussicht auf Besserung.