
Zentrum 60plus in Essen arbeitet weiter
Stellt Euch vor: Ihr kommt abends nach Hause, niemand wartet, niemand fragt "wie war dein Tag?". Für viele ältere Menschen in Altenessen, Karnap und Vogelheim ist genau das Alltag. Das Zentrum 60plus an der Höfestraße will das ändern - und zwar mit Kaffee, Kartenspielen, einem warmen Mittagessen und ganz viel Gemeinschaft. Wir haben mit Leiterin Silke Wehly und Pfarrer Dirk Matuschek vom Zentrum 60plus gesprochen. Beide erzählen, was das Angebot für die Menschen vor Ort wirklich bedeutet.
30.000 Euro für das Zentrum 60plus
Die Evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap und die Vivawest-Stiftung arbeiten auch in Zukunft beim Zentrum 60plus in der Hövelstraße zusammen. Die Stiftung gibt in diesem Jahr erneut 30.000 Euro. Mit dem Geld sollen die Angebote für ältere Menschen weiter ausgebaut werden. Dazu gehören zum Beispiel Freizeitangebote, Kurse und Beratung.
Das Zentrum 60plus gibt es seit sechs Jahren. Es bietet älteren Menschen im Stadtbezirk Unterstützung und verschiedene Angebote – je nachdem, was vor Ort gebraucht wird. Die Stadt Essen finanziert das Zentrum, die Evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap kümmert sich um die Arbeit vor Ort.
Pfarrer Matuschek sagt, die Kirchengemeinde wolle gemeinsam mit den Menschen vor Ort gute und neue Angebote für Seniorinnen und Senioren entwickeln. Dabei soll es vor allem darum gehen, was die Menschen interessiert und was sie brauchen. Durch die zusätzlichen 30.000 Euro könne das Angebot noch weiter ausgebaut werden.
Neue Highlights im Essener Seniorenzentrum
Im Zentrum 60plus in Essen gibt es neben den regelmäßigen Angeboten auch besondere Veranstaltungen. Am Freitag (29. August) steht "Urlaub am Meer" auf dem Programm. Am Dienstag (1. September) informiert die Initiative "Klüger gegen Betrüger" von 13.30 bis 15.30 Uhr über aktuelle Betrugsmaschen. Eine Woche später, am Mittwoch (9. September), lädt das Zentrum in den Open Space im Allee-Center ein. Dort geht es um körperliche und geistige Fitness. Außerdem bietet das Zentrum Beratungen an, etwa durch den Pflegestützpunkt der Stadt Essen oder einen Versicherungsberater.
Gemeinschaft gegen Einsamkeit in Essen
Das Zentrum 60plus in Altenessen ist eine wichtige Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren. Viele Besucherinnen und Besucher suchen Gemeinschaft.
"Wir haben eine offene Gemeinschaft, wo ich ankommen kann. Hier muss man auch erstmal nicht viel erzählen, wenn man das nicht möchte. Aber wichtig ist erstmal, ich habe eine offene Gemeinschaft, wo ich ankommen kann", sagt Pfarrer Dirk Matuschek, Vorsitzender der Ev. Kirchengemeinde Altenessen-Karnap.
Beim kostenlosen Mittagstisch erzählen sie aus ihrem Alltag, lachen zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Eine Umfrage zum Mittagstisch zeigt, wie wichtig das Angebot ist. Ein Witwer hat gesagt, dass dort jemand für ihn kocht. Andere sagten, am Monatsende sei das Essen sehr wichtig, damit man nicht alleine ist. Wer einmal Teil der Gemeinschaft ist, wird vermisst, wenn er fehlt.
Ehrenamtliche tragen Angebote im Essener Zentrum
Viele Angebote im Zentrum 60plus in Essen werden von Ehrenamtlichen getragen. Leiterin Silke Wehly erklärt, dass neue Helferinnen und Helfer willkommen sind.
"Wir haben hier sehr offene Menschen, die auch noch Neuzugänge in ihre Gruppen aufnehmen. Ich habe mir sagen lassen, das wäre nicht so oft. Bei uns ist das so, wer kommt, wird herzlich willkommen geheißen. Ein Mann, der regelmäßig zu unserem Mittagstisch kommt hat gesagt 'hier habe ich das Erlebnis, dass jemand für mich da ist und mir auch noch was anbietet, was mir den Bauch füllt.'"
Das Zentrum arbeitet trägerübergreifend mit anderen Einrichtungen, der Kommunalpolitik und dem Seniorenbeauftragten zusammen. Besucherinnen und Besucher berichten, dass sie sich tagelang auf die Treffen freuen. Neue Gäste werden herzlich aufgenommen. Wer Beschäftigung sucht oder Menschen kennenlernen möchte, findet im Essener Zentrum 60plus offene Türen.