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Wie wird das Trinkwasser in Essen sauber?
© Radio Essen
Gregor Langenberg erklärt die Schritte der Trinkwasseraufbereitung.
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Wie wird das Trinkwasser in Essen sauber?

Jeden Tag drehen wir den Wasserhahn auf – zum Trinken, Kochen oder Duschen. Doch kaum jemand weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt, bis unser Leitungswasser sauber bei uns ankommt. Radio Essen hat deshalb nachgefragt und sich genau angesehen, welchen Weg das Wasser nimmt, bevor es bei uns aus dem Hahn fließt.

Veröffentlicht: Dienstag, 17.02.2026 16:38

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Der Weg des Wassers in Essen!

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Um herauszufinden, wie unser Leitungswasser eigentlich so sauber wird, dass wir es bedenkenlos trinken oder zum Duschen benutzen können, hat sich Radio Essen-Stadtreporterin Hannah Frühoff mit Gregor Langenberg getroffen. Er arbeitet bei der Wassergewinnung Essen (WGE) und kennt sich mit der Aufbereitung bestens aus.

Ganz am Anfang kommt das Wasser aus der Ruhr. Von dort wird es entnommen und zuerst durch große Filter mit Sand geleitet. Diese Filter holen groben Schmutz und erste Verunreinigungen aus dem Wasser. Danach kommt das Wasser in eine Aufbereitungsanlage. Hier wird Ozon hinzugegeben. Das ist ein spezielles Gas, das dabei hilft, Keime und andere schädliche Stoffe zu zerstören. Anschließend läuft das Wasser noch einmal durch mehrere Filterschichten aus Kies, Sand und Quarzsand. Diese Schichten fangen weitere kleine Teilchen und Rückstände auf.

Im nächsten Schritt geht es dann in eine zweite Anlage: Große Pumpen befördern das Wasser nach oben in mehrere Becken. Diese Becken sind mit Aktivkohle gefüllt. Aktivkohle wirkt dann wie ein Schwamm: Sie bindet die letzten verbliebenen Schadstoffe. Während das Wasser langsam durch die Kohle nach unten sickert, bleibt alles Unerwünschte hängen.

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Große Wasserpumpen befördern das Wasser nach oben.
Im Reinwasserbehälter haben bis zu 100.000 Badewannen Platz.
Die UV-Module desinfizieren das Wasser.
Große Wasserpumpen befördern das Wasser nach oben.Im Reinwasserbehälter haben bis zu 100.000 Badewannen Platz.Die UV-Module desinfizieren das Wasser.
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Als Nächstes wird das Wasser weiter behandelt, damit es nicht zu sauer ist. Dafür werden ganz kleine Luftbläschen durch spezielle Keramikplatten ins Wasser gedrückt. So wird überschüssiges Kohlendioxid entfernt. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn: Wäre das Wasser zu sauer, könnten die Rohre schneller rosten. Und das würde in Essen viel öfter zu Rohrbrüchen führen.

Danach fließt das Wasser noch eine Etage tiefer – in einen von drei großen Reinwasserbehältern. Diese Behälter sind riesig: Es würden bis zu 100.000 gefüllte Badewannen hineinpassen. Trotzdem sind sie nur ein Zwischenspeicher. Bevor das Wasser wirklich als Trinkwasser benutzt werden kann, gibt es noch einen letzten Schritt. Laut deutscher Trinkwasserverordnung muss Wasser aus Flüssen am Ende noch einmal desinfiziert werden. In Essen passiert das aber ohne zusätzliche Chemie – und zwar mit UV-Licht. Dieses Licht ist extrem stark und durchleuchtet jeden einzelnen Tropfen. Dadurch werden auch die letzten möglichen Keime kaputt gemacht.

Erst nach all diesen Schritten gilt es offiziell als Trinkwasser und wird in die Leitungen eingespeist. Und weil es so streng geprüft und ständig kontrolliert wird, gehört Leitungswasser zu den am besten überwachten Lebensmitteln überhaupt.

Ja, und wie wird unser Abwasser wieder so sauber, dass es zurück in die Ruhr fließen darf? Auch das hat sich unsere Radio Essen-Stadtreporterin Hannah Frühoff angeschaut. Den Artikel findet Ihr hier.

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