
Kliniken in Essen sollen sparen - Was plant die Bundesregierung?
Die Kliniken in Essen könnten in Zukunft deutlich weniger Geld zur Verfügung haben. Das Uniklinikum spricht von 30 Millionen Euro weniger pro Jahr. Das sei der Fall, wenn die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung durch den Bundestag und den Bundesrat kommt. Die Bundesregierung hat die Reform schon beschlossen. Damit soll gespart werden, denn den gesetzlichen Krankenkassen fehlt Geld. Die Folgen der Reform sind unter anderem: Ehepartner können nicht mehr pauschal beitragsfrei mitversichert werden, wer mehr verdient, soll mehr bezahlen, und rezeptpflichtige Medikamente in der Apotheke werden teurer. Auch für Ärzte und Kliniken gibt es Folgen. Die Preise und Vergütungen sollen an die Einnahmen gekoppelt werden, das Pflegebudget wird begrenzt. Dagegen regt sich jetzt bundesweit Protest.
Was sind die Folgen für die Uniklinik und Patienten in Essen?
In Essen haben am Donnerstag (28. Mail) rund 300 Beschäftigte der Uniklinik bei einer „Aktiven Pause“ vor dem Haupteingang gegen die Pläne protestiert. Dazu hatten die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Klinikleitung und der Personalrat waren dabei. Die Klinikleitung warnt vor finanziellen Einbußen durch das geplante Gesetz. Folgen könnten Einsparungen bei Personal und Infrastruktur sein. Es könnte weniger Spielraum bei Tariferhöhungen geben, mehr Bürokratie und kein neues Pflegepersonal eingestellt werden. Das alles wiederum kann sich negativ auf die Pflege und die Behandlungsqualität auswirken, sagt die Pflegedirektion der Uniklinik. Die Uniklinik betont, dass Reformen im Gesundheitswesen grundsätzlich notwendig seien. Allerdings brauche es dafür ausreichend Zeit und Planung.