
TUSEM Essen findet schwer ins Spiel
Die Partie am Freitagabend (6. März) begann hektisch. Beide Mannschaften suchten früh den Abschluss, doch klare Chancen blieben zunächst selten. Hagen erwischte den etwas besseren Start und führte nach fünf Minuten mit 2:0. Der erste Treffer für den TUSEM fiel durch Felix Mart per Siebenmeter.
Die Essener wirkten in der Anfangsphase nervös und ließen mehrere gute Möglichkeiten liegen. Valentin Willner und Mart vergaben frei vor dem Tor, auch Felix Eißing traf nur die Latte. Hagen nutzte die Unsicherheiten und setzte sich Mitte der ersten Halbzeit auf 10:6 ab. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs fand der TUSEM besser ins Spiel und verkürzte - zur Pause stand es 12:14.
Offenes Derby nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Der TUSEM verkürzte mehrfach, unter anderem durch Felix Mart und Valentin Willner. Tom Wolf brachte die Essener mit einem Treffer ins leere Tor wieder heran.
Die Partie blieb intensiv und emotional. Beide Teams spielten mit hohem Tempo, doch technische Fehler auf beiden Seiten verhinderten einen klaren Rhythmus. Als Felix Eißing zwischenzeitlich zum 15:16 traf, war der TUSEM wieder vollständig im Spiel.
Hagen nutzt Essener Fehler konsequent
Mit zunehmender Spielzeit häuften sich jedoch die Fehler der Gastgeber. Mehrere technische Ballverluste und ungenaue Abschlüsse verhinderten den möglichen Ausgleich. Hagen blieb dagegen effizient und nutzte die sich bietenden Räume konsequent.
Ein missglücktes Anspiel im Essener Angriff führte schließlich zu einem einfachen Treffer ins leere Tor der Gäste. In dieser Phase zog Hagen auf 25:20 davon und brachte den TUSEM zunehmend unter Druck. Auch die taktische Umstellung auf Sieben gegen Sechs brachte nicht die gewünschte Wirkung.
TUSEM Essen kämpft - doch Hagen bringt den Sieg über die Zeit
Trotz des Rückstands gab sich der TUSEM nicht auf. Finn Wolfram, Maximilian Hejny und Felix Mart verkürzten noch einmal, während Torhüter Finn Knaack wichtige Paraden zeigte. Die Essener kamen kurzzeitig wieder auf drei Treffer heran.
Doch Hagen blieb abgeklärt und spielte die letzten Minuten souverän herunter. André Alves und Jan von Boenigk setzten die entscheidenden Treffer. Am Ende gewann der VfL Eintracht Hagen das stimmungsvolle Derby vor 2.422 Zuschauern mit 32:28. Für den TUSEM bleibt die Erkenntnis, dass vor allem die vielen technischen Fehler und vergebenen Chancen den Unterschied ausmachten.
Kenji Hövels: "Wir schlagen uns ein Stück weit selbst"
Entsprechend enttäuscht zeigte sich TUSEM-Cheftrainer Kenji Hövels nach der Niederlage. Vor allem die hohe Zahl an technischen Fehlern und vergebenen Chancen ärgerte den Essener Coach. "Wir schlagen uns heute gefühlt ein bisschen selbst", sagte Hövels im Radio Essen-Interview und verwies auf die 16 Ballverluste sowie mehrere ungenutzte klare Möglichkeiten. Gegen einen Gegner wie Hagen sei es unter solchen Umständen schwer, ein Spiel zu gewinnen. Gleichzeitig betonte er, dass seine Mannschaft trotz der Rückschläge nicht aufgegeben habe und die Partie in der Schlussphase noch einmal enger gestalten konnte.
Die personelle Situation bleibt jedoch angespannt: Mit Felix Göttler und Alexander Schoss fehlten zwei wichtige Rückraumspieler, wodurch einige Akteure - allen voran Kapitän Max Neuhaus - über weite Strecken durchspielen mussten. Hövels blickt dennoch nach vorne: In der kommenden Woche wolle man die Kräfte sammeln und versuchen, wieder Punkte einzufahren.
Essen in Zahlen: Torschützen und Paraden
TUSEM Essen - VfL Eintracht Hagen 28:32 (12:14).
TUSEM Essen: Felix Eißing (2), Maximilian Hejny (1), Nils Homscheid (3), Felix Mart (8), Tim Mast (1), Max Neuhaus (3), Valentin Willner (5), Tom Wolf (1), Finn Wolfram (4). Torhüter: Finn Knaack (5 Paraden), Dominik Plaue (6 Paraden).
VfL Eintracht Hagen: André Alves (2), Jan von Boenigk (5), Pierre Busch (8), Tim Düren (2), Benedikt Israel (2), Josip Jukic (1), Linus Kutz (5), Pouya Norouzinezhad (5), Tilman Pröhl (2). Torhüter: Pascal Bochmann (14 Paraden).