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Toilettenhäuschen in Essen ist besetzt
© Anna Bartl, Radio Essen
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Toilettenhäuschen in Essen ist besetzt

Anwohner haben in Essen mitten in der Innenstadt ein altes Toilettenhäuschen besetzt. Das Toilettenhäuschen soll abgerissen werden. Dagegen wehren sie sich.

Veröffentlicht: Montag, 03.08.2026 12:25

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Warum haben in Essen Anwohner ein Toilettenhäuschen besetzt?

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Mitten in Essen in der Innenstadt haben eine Anwohnerin und ein Anwohner das Toilettenhäuschen am Kopstadtplatz besetzt. Die beiden wollen verhindern, dass das Toilettenhäuschen abgerissen wird. Allerdings ist das Toilettenhäuschen schon seit mehr als zwei Jahren geschlossen. Caro Wichmann und Dirk Bußler von der Zukunftswerkstadt wollen vor allem auf die schwierige Lage in der nördlichen Innenstadt aufmerksam machen. Sie wohnen selbst dort und kennen das, wenn jemand in ihren Hauseingang uriniert.

"Zunächst ist man dann auf die Menschen böse", erklärt Dirk Bußler im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl, "aber wo sollen sie denn hin?"

Die beiden gießen regelmäßig die Hochbeete auf dem Kopstadtplatz und sind Ansprechpartner für viele aus der Szene. Sie wissen, welche Probleme die Menschen haben, die auf der Straße leben, drogenabhängig sind und teilweise auch aggressiv Betteln, um ihre Sucht zu finanzieren.

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Bartl Anna
Radio Essen-Interview mit Caro und Dirk
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Warum will die Stadt Essen das Toilettenhäuschen nicht selbst betreiben?

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Die Stadt Essen hält den Betrieb des Toilettenhäuschens am Kopstadtlatz für unwirtschaftlich. Die Firma Ströer hat das Toilettenhäuschen früher betrieben. Ende 2023 hätte die Stadt das Häuschen umsonst übernehmen können, das hat die Stadt aber abgelehnt. Der Betreiber hatte immer hohe Kosten mit der Sanierung und Reparatur der Anlagen, weil diese durch Vandalismus immer wieder zerstört wurden. Die Stadt sagt, dass auch nicht klar is, wie viele Menschen die Toiletten früher benutzt haben. Die Stadt bietet Alternativen an: es gibt insgesamt 15 öffentliche Toiletten in der Innenstadt. Allerdings können gerade wohnungslose Männer und Menschen aus der Trinkerszene die Toiletten in Restaurants nicht nutzen, weil sie meist nicht reingelassen werden. Wie die Karte zeigt, gibt es rund um den Kopstadtplatz, an der Viehofer Straße und am Viehofer Platz keine einzige öffentliche Toilette. Die nächsten Toiletten sind am Rathaus, am Kennedyplatz und am Weberplatz.

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Welche Hoffnung haben in Essen die Anwohner in der Innenstadt?

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Die Anwohner in Essen in der Innenstadt hoffen schon lange darauf, dass die Stadt andere Wege findet, um das Problem mit dem Mangel an öffentlichen Toiletten zu lösen. Aktuell wird darüber auch in einem extra Arbeitskreis für die nördliche Innenstadt diskutiert. Hier hat die Immobilien- und Standortgemeinschaft nördliche Innenstadt signalisiert, dass man überlegen könne, ob das Toilettenhäuschen weiter betrieben werden könnte, sagt Dirk Bußler im Radio Essen-Interview. Ob und wie das möglich sein soll, ist aber offen. Die Kosten für die ständigen Reparaturen der Vandalismusschäden dürften dabei sicher eine große Rolle spielen. Was nützt ein Toilettenhäuschen, das immer wieder geschlossen ist, weil es nicht funktioniert.

Die beiden Anwohner haben das Toilettenhäuschen am Montag (3. August) zum ersten Mal besetzt. Inzwischen hat die Firma Ströer erklärt, dass der Abriss erst ab der Kalenderwoche 34 (ab dem 17. August) geplant ist. Dann wollen die beiden wiederkommen und das Toilettenhäuschen wieder besetzen.

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