Anzeige
Sternenkinder in Essen - so erleben Eltern den Tod eines Kindes
© Elisabeth-Krankenhaus Essen
Teilen:

Sternenkinder in Essen - so erleben Eltern den Tod eines Kindes

Am Elisabeth-Krankenhaus in Essen startet ein neues Projekt, um Eltern zu unterstützen, die ein Kind verlieren. Das ist für Eltern ein großer Schock. Sie brauchen Hilfe, aber was brauchen sie?

Veröffentlicht: Freitag, 13.02.2026 14:52

Anzeige

So erlebte in Essen eine Mutter ihren Schwangerschaftsverlust

Anzeige

10 Jahre ist es inzwischen her. Damals hat sie ihr Kind verloren. Schon während der Schwangerschaft wurde bei einer Ultraschalluntersuchung klar, dass etwas nicht stimmt. Die Wochen danach suchten die Ärzte nach einer Lösung. Am Ende war klar, das Kind wird nicht überleben. Sie musste also den Schwangerschaftsabbruch einleiten. Drei Tage später ging sie wieder zur Arbeit. Wochen später wurde ihr klar, dass sie so nicht weitermachen kann. Sie musste trauern und sich mit dem Verlust auseinander setzen. Dafür hat sie mit einem Therapeuten zusammen gearbeitet. Ein Jahr später kam dann ihr erstes Kind gesund zur Welt. Das half dabei nach vorn zu schauen. Inzwischen ist sie zweifache Mutter. Das ist die Geschichte einer Mutter. Als sie diese unserer Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl erzählt, schimmern Tränen in ihren Augen. Sie möchte anonym bleiben.

Anzeige
Bartl Anna
Radio Essen-Interview mit einer Mutter
Anzeige
Sternenkinder in Essen - so erleben Eltern den Tod eines Kindes
© Elisabeth-Krankenhaus, World Café
Sternenkinder NRW
Anzeige

Klinik in Essen will Eltern besser unterstützen

Anzeige

Am Elisabeth-Krankenhaus in Essen kommen pro Jahr knapp 3000 Kinder zur Welt. Einige dieser Kinder werden allerdings tot geboren oder sterben kurz nach der Geburt. In NRW verlieren pro Jahr rund 9000 Frauen ihr Kind bereits in den ersten Schwangerschaftswochen. Diese Erfahrung verändert das gesamte Leben und begleitet die Familien ein Leben lang. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern nach einem solchen Schock besondere Unterstützung erfahren. Die Hilfsangebote sind in den letzten 20 Jahren zwar immer besser geworden. Aber sie reichen nicht aus und orientieren sich häufig nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen. Das will Dr. Daniela Reitz, Chefärztin der Geburtshilfe und Perinatalmedizin am Elisabeth-Krankenhaus ändern. "Sternenkinder NRW" heißt das Projekt und im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl erzählt sie über die Arbeit in der Klinik und wie sehr sie sich wünscht, dass die Eltern besser unterstützt werden.

Anzeige
Bartl Anna
Radio Essen-Interview mit Daniela Reitz
Anzeige

Ideen aus Essen sollen vielen Eltern helfen

Anzeige

In den nächsten zwei Jahren werden in Essen viele Ideen entwickelt, um Eltern besser nach einem solchen Verlust zu unterstützen. Es laufen bereits Gespräche mit betroffenen Eltern. Aber auch niedergelassene Gynäkologen, Hebammen und auch Bestatter beteiligen sich an den Diskussionen. Dazu kommt der Input aus Selbsthilfegruppen und Trauergruppen. Es müssen auch Fragen geklärt werden, welche Aufgaben haben Kommunen und welche Angebote können soziale Dienste machen. Am Ende soll es einen Leitfaden geben, wie zunächst in den Kliniken die Eltern unterstützt werden können. Eine Koordinierungsstelle soll Angebote aus einzelnen Kommunen ins Netz stellen und so die Wege für Eltern leichter machen, das zu finden, was sie für sie gerade das richtige ist. Hier gibt es weitere Informationen zum Projekt "Sternenkinder NRW" am Elisabeth-Krankenhaus. Dort werden schon heute die Kinder immer beerdigt egal wie alt sie sind. Einmal im Viertel Jahr gibt es eine gemeinsame Trauerfeier. Eltern können ihre Kinder aber auch selbst beerdigen. Der Modellprojekt "Sternenkinder NRW" wird von der NRW-Sozialstiftung mit 692.900 Euro gefördert. So haben alle gemeinsam im World Café Ende Januar über das Thema Sternenkinder diskutiert. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt am Elisabeth-Krankenhaus vom Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie sowie dem Institut für Hebammenwissenschaft der Universität Köln.

Anzeige

Weitere Nachrichten aus Essen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige