
Warum gibt es in Essen eine Diskussion über öffentliche Toiletten?
In Essen gibt es wieder einmal eine Diskussion über öffentliche Toiletten. Zuletzt haben zwei Aktivisten von der Zukunftswerkstadt in der nördlichen Innenstadt das Toilettenhäuschen am Kopstadtplatz besetzt. Sie protestieren dagegen, dass das Toilettenhäuschen abgerissen werden soll. Spätestens Mitte August sollen die Arbeiten beginnen. Dann wollen die beiden auch wieder das Toilettenhäuschen besetzen. Die Anwohnerinnen und Anwohner in der nördlichen Innenstadt fordern schon seit Jahren von der Stadt, dass es mehr öffentliche Toiletten geben sollte. Das Toilettenhäuschen am Kopstadtplatz hat früher die Firma Ströer betrieben. Den Betrieb aber seit zwei Jahren eingestellt. Mitte August wird das Haus abgerissen.
Wo soll es in Essen öffentliche Toiletten geben?
Die Stadt arbeitet gerade an einem neuen Konzept. Der Vorschlag soll in den nächsten Monaten den Politikerinnen und Politikern vorgestellt werden und sie sollen im Rat der Stadt darüber entscheiden. Die Stadt setzt auf einen Mix aus festen öffentlichen Toiletten, der "Netten Toilette" in den Gastronomiebetrieben und saisonalen mobilen Toiletten.
Schon jetzt hat die Stadt mobile Toilettenanlagen in der Sommersaison an den Grillzonen aufgestellt. Die Stadt will über die vorhandenen Angebote besser informieren. Außerdem versucht die Stadt weiterhin Gastronomen zu gewinnen, die ihre Toilettenanlagen als "Nette Toilette" anbieten. Das bedeutet, dass man einfach fragen kann, ob man auf die Toilette gehen darf. Dafür muss man kein Gast sein. Auch in der neuen Zentralbibliothek an der Marktkirche wird es ab Ende Oktober Toiletten geben, die alle benutzen dürfen, wenn die Bibliothek geöffnet hat. Die Stadt selbst will aber möglichst keine öffentlichen Toiletten selbst betreiben, weil die Kosten dafür sehr hoch sind.
Welche Angebote gibt es in Essen für wohnungslose Menschen?
Die Aktivisten in Essen am Kopstadtplatz erleben regelmäßig, dass wohnungslose Männer häufig nicht wissen, wo sie zur Toilette gehen können. Weil es kaum öffentliche Toiletten gibt und die Männer in die "Nette Toilette" nicht reinkommen, suchen sie sich meist andere Orte wie Hauseingänge, Hinterhöfe und andere Plätze. Die Stadt bietet zwar mehrere Möglichkeiten an:
- die Notübernachtungsstelle in der Lichtstraße und in der Papestraße 7 für Männer
- den Raum 58 für Jugendliche in der Niederstraße 12
- die Räume bei der Suchthilfe direkt in der Hoffnungsstraße
- die Beratungsstelle für wohnungslose Männer in der Lindenallee 55
- "Die Insel" eine Beratungsstelle für wohnungslose Frauen in der Lindenallee 55
- das Krisencafé ebenfalls in der Hoffnungsstraße
- das Café Schließfach in der Niederstraße für wohnungslose Mädchen
- die Beratungsstelle der AIDS-Hilfe in der Varnhorststraße 17.
Hier sind für alle Toiletten und auch teilweise Duschen, aber die können die Menschen nur nutzen, wenn die Einrichtungen geöffnet sind. In den Abendstunden, nachts und am Morgen sind die Hilfseinrichtungen zum Teil geschlossen. Eine Übersicht über die Hilfsangebote gibt es auch hier.