Schutz vor Coronavirus: Ruhrbahn hält per App

Änderungen bei der Ruhrbahn in Essen: Die Busse und Bahnen der Ruhrbahn halten jetzt per App. Über die Ruhrbahn-App "ZÄPP" könen Fahrgäste den Halteknopf digital drücken. Der Grund: Schutz vor dem Coronavirus. Dahinter steckt aber auch ein Projekt mit dem VRR und es ändert sich noch mehr...

© Radio Mülheim/Radio Oberhausen

Ruhrbahn in Essen führt digitalen Halteknopf ein

Möglichst wenig anfassen: Das gilt auch nach sämtlichen Corona-Lockerungen immer noch, um sich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen. Die Ruhrbahn bietet deshalb eine neue Funktion in ihrer App "ZÄPP" an. Um allen Fahrgästen Sicherheit zu bieten, kann jetzt per App der Haltewunsch ausgelöst werden. Er drückt den Halteknopf als digital. Bisher geht der Halteknopf in allen Bussen, Ende Juni sollte er auch in allen Straßenbahnen funktionieren. Darüber hinaus kann der Kunde sich nähernde Fahrzeuge über die App anzeigen lassen.

Es handelt sich bei dem digitalen Halteknopf um eine Funktion, die Teil des Projektes "Bluetooth-Leitsystem". Dies ist ein Fahrtbegleitungs-Assistent, mit dem Fahrgäste barrierefrei durch U-Bahnhöfe zu Bus und Bahn gelangen sollen. Die Ruhrbahn hat dieses System gemeinsam mit dem VRR entwickelt. Jetzt in der Corona-Pandemie gibt es mit der Vermeidung einer Ansteckung einen weiteren Grund für den digitalen Halteknopf.

Ruhrbahn-App: So funktioniert die Funktion in der "ZÄPP"!

Das System funktioniert über Bluetooth. Die Ruhrbahn schaltet damit eine Funktion vorab ein, die eigentlich Teil eines größeren Projekts mit dem VRR ist. Dabei handelt es sich um einen Fahrtbegleitungs-Assistent. Zukünftig soll er den Fahrgast barrierefrei durch die U-Bahnhöfe und zu Bus und Bahn lotsen. Erst mal funktioniert aber nur der digitale Haltewunsch und die Anzeige von Bussen und Bahnen in der Nähe.

Wie kann ich digital den Haltewunsch drücken?

  • Die Ruhrbahn-App "ZÄPP" runterladen.
  • Den Zugriff auf die Bluetooth-Funktion erlauben. Darüber kommunizieren das Smartphone und das Fahrzeug.
  • In der Fußleiste der App gibt es verschiedene Funktionen, darunter auch ein Radar-Symbol für die Ortung der Fahrzeuge.
  • Wenn man im Fahrzeug sitzt, kann man über den Radar seine Linie aussuchen und den Haltewunsch drücken.

Ruhrbahn testet Klarlack-Reinigung

In Zukunft sollen auch Handgriffe, Haltestangen und Lenkräder mit einer neuen Methode gereinigt werden: Zunächst werden sie wie üblich gesäubert und dann mit Dyphox behandelt, das ist eine Art Klarlack. Bis zu ein Jahr lang können an diesen Stellen dann nahezu keine Bakterien, Viren und Pilze mehr übertragen werden, erklärt die Ruhrbahn. Die Wirksamkeit sei bei einem Versuch in Bayern getestet worden, für Menschen und Natur sei der Wirkstoff nicht schädlich.

In der Corona-Krise möchte man den Fahrgästen und Mitarbeitern den höchstmöglichen Schutz vor einer Ansteckung bieten, sagt die Ruhrbahn. Eine Firma aus Regensburg werde die Reinigungskräfte des Unternehmens in den nächsten Tagen per Videokonferenz schulen. Am Pfingst-Wochenende soll dann in jeweils vier Bussen und vier Bahnen die Beschichtung aufgetragen werden. Nach zwei Tagen Lüftung kommen die Fahrzeuge dann wieder normal zum Einsatz. Dann wird auch geschaut, wie die behandelten Oberflächen reagieren. Ist der Test erfolgreich, sollen dann nach und nach alle Fahrzeuge der Ruhrbahn mit Dyphox behandelt werden.

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