
Schulstart in Essen: Milliarden für Sanierungen und Neubauten
In Essen startet am Mittwoch (2. September) und am Donnerstag (3. September) das Schuljahr 2026/2027. Zum Start haben wir uns die Baustellen an den Schulen in Essen angeschaut. Die Stadt investiert über drei Milliarden Euro in Sanierungen und Neubauten.
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Drei Schulen in Essen haben neue Gebäude
In Essen ziehen drei Schulen zum neuen Schuljahr 2026/2027 in neue oder größere Gebäude ein. Die Tiegelschule im Nordviertel ist zum Beispiel eine komplett neue Grundschule. Beim Bau habe es allerdings Probleme gegeben, so die Stadt Essen auf Radio Essen-Nachfrage. Beim Testen der Heizung sei unter anderem Wasser ausgelaufen und habe Schäden verursacht. Außerdem hätten manche Handwerker schlecht gearbeitet. Dadurch sei alles teurer geworden - die Schule kostet jetzt 32 Millionen Euro, fast 3 Millionen mehr als geplant. Trotzdem sei sie pünktlich fertig geworden, sagt die Stadt Essen. Somit kann der Unterricht im Nordviertel pünktlich zum neuen Schuljahr starten.
Das Gymnasium in Überruhr hat in diesem Jahr zum Beispiel einen Erweiterungsbau bekommen. Die Schule sei einfach zu voll geworden, jetzt gebe es aber zwölf neue Räume - zehn normale Klassenräume und zwei Fachräume. Das neue Gebäude sei in Modulbauweise gebaut worden, die 48 vorgefertigten Teile seien in nur sechs Tagen zusammengesetzt worden. Auf dem Dach gebe es eine Photovoltaikanlage, die das ganze Gebäude mit Strom versorgen könne und rund 700 Quadratmeter Begrünung.
Auch die Meisenburgschule in Bredeney hat jetzt mehr Platz. Der Erweiterungsbau ist am Mittwoch (28. August) offiziell übergeben worden - dadurch gibt es jetzt zwölf neue Unterrichtsräume. Auch hier seien die 42 Module in nur neun Tagen aufgebaut worden. Obwohl das Gebäude eigentlich offiziell der Meisenburgschule gehört, benutzt die Grundschule den Erweiterungsbau aber erstmal gar nicht, der wird nämlich zunächst vom Grashof-Gymnasium genutzt. Das Gymnasium brauche die Räume als Übergangslösung, bis der eigene Erweiterungsbau fertig sei, so die Stadt Essen. Erst danach ziehe die Grundschule Meisenburgschule ein. Alle drei Projekte seien laut der Stadt Essen in den Sommerferien fertig geworden.
Außerdem soll die Stadt Essen ein neues Gymnasium für den Norden insbesondere für Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck planen. Politikerinnen und Politiker von CDU und SPD hatten dazu schon erste Vorschläge Mitte des Jahres gemacht. Jetzt laufen die Planungen weiter, unter anderem geht es um die Suche für einen genauen Standort der Schule. Das ist Thema im nicht-öffentlichen Teil in den Sitzungen im September.
An vielen Schulen in Essen wird noch kräftig gebaut
An etlichen Gymnasien in Essen wird außerdem gerade noch gebaut und erweitert. Am Gymnasium Werden zum Beispiel sei der Rohbau schon fertig, die 44 Module seien innerhalb von acht Tagen angeliefert und aufgestellt worden, so die Stadt Essen. Jetzt werde innen weitergebaut, fertig sein soll alles spätestens zum Schuljahresbeginn 2027. Außerdem bekomme die Schule ein Verbindungstreppenhaus zum alten Gebäude. Da komme dann auch noch ein Aufzug rein, damit beide Gebäude barrierefrei erreichbar sind. Dafür werden dann an der Stelle Fenster durch Türen ersetzt.
Am Theodor-Heuss-Gymnasium in Essen passiert gerade besonders viel - da laufen mehrere Baustellen gleichzeitig. Es wird ein Erweiterungsbau gebaut, die Toiletten werden saniert und die Turnhalle wird umgebaut. Das sei für die Schule ziemlich anstrengend, deswegen versuche die Stadt, alles gut aufeinander abzustimmen. Der Erweiterungsbau komme auf den Schulhof, genau da, wo jetzt noch zwei Pavillons stehen. Die seien in den Sommerferien leergeräumt worden und würden in den Herbstferien abgerissen. Weil der neue Bau mehr Platz braucht, müssten Ende des Jahres auch noch ein paar Bäume gefällt werden. Dafür seien aber Ersatzpflanzungen geplant. Fertig sein solle der Erweiterungsbau im Herbst 2027.
Bei den Toiletten seien die Mädchen-Toiletten schon fertig, bei den Jungen-Toiletten habe es aber laut der Stadt Essen noch Probleme gegeben - beim Abriss seien Sachen im Untergrund aufgetaucht, die in den alten Plänen nicht zu sehen waren. Deswegen müsse die Planung geändert werden, und das verzögere alles. Solange die Toiletten saniert werden, stehe aber ein Container-WC auf dem Schulhof. Die Jungen-Toiletten sollen dann im Januar 2027 fertig sein.
Auch die Turnhalle wird gerade saniert. Der alte Sportboden ist komplett rausgerissen worden. Dann sei aber rausgekommen, dass der Untergrund für den neuen Boden nicht geeignet ist. Deswegen müsse auch hier die Planung geändert werden. Außerdem müsse noch eine Außentreppe für den Brandschutz gebaut werden - die soll in den Sommerferien 2027 fertig werden.
Schultoiletten in Essen: Mehr als zwei Drittel sind schon saniert
Die Stadt Essen saniert darüber hinaus seit ein paar Jahren alle Schultoiletten. Insgesamt gebe es 152 Schultoiletten in der Stadt, davon seien bis Mai 105 fertig, sagt die Stadt. In den Sommerferien sind aber wieder mehrere Toiletten neu gemacht worden, zum Beispiel an der Parkschule und an der Schule an der Viktoriastraße. Die Parkschule habe neue Toiletten für 308.000 Euro bekommen, die Schule an der Viktoriastraße für 915.000 Euro. An der Viktoriastraße müssten in den letzten Ferientagen noch die Fliesenarbeiten und die Trennwände fertig werden, dann könnten die Toiletten aber pünktlich zum Schulstart genutzt werden, sagt die Stadt auf Radio Essen-Nachfrage.
Am Berufskolleg Essen-Ost würden gerade die Abwasserrohre der Sanitäranlagen überprüft. Die Stadt möchte da erst einmal prüfen, ob eine Sanierung reicht oder ob die Rohre komplett ausgetauscht werden müssen.
Insgesamt habe die Stadt bisher 39,7 Millionen Euro in abgeschlossene Toilettensanierungen gesteckt. Weitere 31,4 Millionen Euro fließen gerade noch in laufende Projekte, und für künftige Sanierungen sind auch nochmal 8 Millionen Euro eingeplant.
Neuheiten und Besonderheiten in Essen zum neuen Schuljahr
Die größte Schulbaustelle in Essen läuft aber gerade in Altenessen-Süd. Dort wird eine komplett neue Gesamtschule gebaut. Der Rohbau habe bereits angefangen, fertig sein soll die Schule im Dezember 2027. Das erste Schuljahr in den neuen Räumen kann dann im Sommer 2028 starten. Beim Bau hat es allerdings Verzögerungen von drei bis vier Monaten gegeben - wegen eines Nachprüfverfahrens und weil auf der Baustelle ein Blindgänger gefunden wurde. Die Gesamtschule Altenessen-Süd gibt es aber trotzdem schon jetzt - die ersten 5. Klassen starten zum Schuljahr 2026/2027. Der Unterricht findet zunächst im Bildungspark an der Karolingerstraße statt, weil die Stadt schon mit dem Schulbetrieb beginnen wollte. Es gebe nämlich eine große Nachfrage nach Plätzen an Gesamtschulen in der Stadt. Nach Fertigstellung des Neubaus an der Erbslöhstraße 3 soll die Schule sechszügig weitergeführt werden. Bis zu 1300 Schülerinnen und Schüler sollen später mal auf die neue Schule gehen.
Auch unter anderem an den Gymnasien in Borbeck, an der Wolfskuhle, am Grashof und an der Alfred-Krupp-Schule wird gerade noch gebaut. Dazu kommen noch das Carl-Humann-Gymnasium in Steele und die Goetheschule in Bredeney.
An dem Lise-Meitner-Gymnasium in Borbeck wurde in diesen Sommerferien auch gebaut, da es zu einer Besonderheit ab dem kommenden Schuljahr kommt. Zum ersten Mal dürfen auch Jungen angemeldet werden. Die Schule war früher nur für Mädchen (ehemals Mädchengymnasium Borbeck). Jetzt wurden laut der Stadt Essen aber 119 neue Fünftklässler angemeldet, 58 davon Jungen. Deswegen wurden neue Schüler-WCs für Jungen gebaut - und das für insgesamt 284.000 Euro. In den Ferien fanden beispielsweise noch Restarbeiten wie Fließen- oder Malerarbeiten statt.
Turnhallen in Essen: 32 saniert, bei manchen gibt es Verzögerungen
Seit 2019 sind in Essen ebenfalls 32 Turnhallen komplett saniert worden - und das für rund 235 Millionen Euro. 20 weitere seien laut der Stadt Essen gerade in Planung oder würden schon saniert. Einige Hallen seien sogar pünktlich vor den Sommerferien fertig geworden, zum Beispiel die an der Helene-Lange-Realschule in Steele - die Arbeiten seien da bereits im Juni abgeschlossen worden. Die Turnhalle an der Gesamtschule Nord solle pünktlich zum neuen Schuljahr fertig werden - da habe es Probleme mit einem Wasserschaden und dem Brandschutz gegeben.
Bei anderen Hallen gebe es dagegen Verzögerungen. Die Turnhalle am Theodor-Heuss-Gymnasium sollte eigentlich zum Schulstart fertig sein, könne aber wahrscheinlich erst nach den Herbstferien genutzt werden. Es gebe noch Klärungsbedarf mit Firmen und Probleme bei der Vergabe der Sportgeräte, so die Stadt Essen. Der Sportboden sei komplett rausgerissen worden, weil der Untergrund für den neuen Boden nicht geeignet gewesen sei. Dadurch habe sich alles verzögert. Auch in der Turnhalle der Hövelschule in Altenessen werde in den nächsten Ferien weitergebaut.
Die Turnhalle am Lönsberg werde auch nicht in den Sommerferien fertig, weil die Elektroarbeiten länger dauern. Geplant sei aber eine Nutzung in den nächsten Wochen. Die Turnhalle der Realschule am Schloss Borbeck solle dagegen Anfang September in Betrieb gehen können - wenn nichts mehr schiefgeht.
Der Rat der Stadt Essen hat Anfang Juli ein fünftes Turnhallensanierungspaket beschlossen. Dafür stehen über 60 Millionen Euro zur Verfügung. Wann die Arbeiten an den einzelnen Hallen losgehen, steht noch nicht fest. Die Planungen laufen aber bereits.


