
Ruhrbahn in Essen will Bodycams testen
Mehr Straftaten und Vandalismus im Nahverkehr in Essen: Auch hier in der Stadt spitzt sich die Lage immer wieder besonders für Mitarbeitende zu. Die Ruhrbahn reagiert mit mehr Sicherheitstechnik – und plant erstmals den Einsatz von Bodycams.
Veröffentlicht: Freitag, 24.04.2026 15:17
Sicherheit im Nahverkehr in Essen: Zahlen zeigen deutlichen Anstieg
Die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr wird auch in Essen zu einem immer wichtigeren Thema. Aktuelle Zahlen zeigen eine klare Entwicklung: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten im ÖPNV seit 2018 von 59.679 auf 95.887 Fälle im Jahr 2024 gestiegen – ein Anstieg um fast zwei Drittel. Besonders deutlich ist die Entwicklung im Umfeld von Bahnhöfen und Haltestellen, wo sich die Fälle im gleichen Zeitraum sogar verdoppelt haben. Auch bei der Ruhrbahn selbst ist diese Tendenz spürbar: Die gemeldeten Vorfälle sind von 110 im Jahr 2024 auf 139 im Jahr 2025 gestiegen – und das bei jährlich etwa 125 Millionen Fahrgästen. Diese Zahlen machen deutlich, dass Sicherheit nicht nur ein subjektives Empfinden ist, sondern eine zentrale Herausforderung für Verkehrsunternehmen darstellt.
Nicht nur die Unsicherheit bei den Mitarbeitenden ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, sondern auch die Zahl der Sachbeschädigungen. Beschmierte Anlagen, kaputte Automaten oder verschmutzte Polster: Im vergangenen Jahr gab es in Essen zahlreiche Fälle von Vandalismus in und an Fahrzeugen der Ruhrbahn. Insgesamt rund 331.000 Euro hat die Beseitigung dieser Schäden das Unternehmen gekostet.
Mehr Sicherheit bei der Ruhrbahn in Essen: Das ist geplant
Die Ruhrbahn in Essen reagiert seit Jahren auf steigende Zahlen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, um Mitarbeitende und Fahrgäste besser zu schützen. Dazu gehören unter anderem verstärkte Videoüberwachung in Bussen und Bahnen, Überfalltaster für den Notfall sowie geschützte Fahrerarbeitsplätze. Außerdem setzt das Unternehmen auf Schulungen wie Deeskalations- und Selbstverteidigungstrainings. Neue Busse sind zusätzlich mit sogenannten Panikräumen für das Fahrpersonal ausgestattet.
Künftig könnte auch der Einsatz von Bodycams eine Rolle spielen: Ein Pilotprojekt ist nach Angaben einer Ruhrbahn-Sprecherin in Vorbereitung. Wann und in welchem Umfang die Kameras in Essen zum Einsatz kommen, ist allerdings noch unklar. In anderen Städten wie Düsseldorf werden Bodycams im Nahverkehr bereits genutzt – mit positiven Erfahrungen, vor allem im Hinblick auf Abschreckung und die Sicherung von Beweisen.