
Rot-Weiss Essen: Viele Probleme, doch wer ist Schuld?
In der englischen Woche der 3. Liga steht Rot-Weiss Essen ordentlich unter Druck. Nach zwei Niederlagen in Folge, erstmals unter Trainer Uwe Koschinat, droht RWE den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren. Vorstandschef Marc-Nicolai Pfeifer betont zwar, dass der Verein noch nicht an der Ligaspitze angekommen ist, weder finanziell noch sportlich, dennoch wächst im Umfeld der Hafenstraße die Unzufriedenheit.
Die Entwicklung zeige in die falsche Richtung, eine spielerische Weiterentwicklung bliebe aus, der Fußball sei nicht attraktiv und jetzt fehlen auch noch die nötigen Punkte. Fakt ist: von sieben Ligaspielen in diesem Kalenderjahr konnte RWE nur zwei gewinnen. Zu wenig. Zu viele Spieler laufen ihrer Form hinterher oder funktionieren überhaupt nicht. Mit Tom Moustier verließ der Mittelfeldmotor den Verein im Winter, Neuzugänge wie Danny Schmidt sind schon früh außen vor. Probleme, die nicht alleine dem Trainer anzukreiden sind. Auf der anderen Seite steht der Verein jetzt deutlich besser da, als vor einem Jahr.
Rot-Weiss Essen-Trainer Uwe Koschinat hält emotionale Rede
Uwe Koschinat schaffte es wie kaum einer seiner Vorgänger in jüngster Vergangenheit, in Rekordgeschwindigkeit bei den Fans anerkannt und gefeiert zu werden. Er holte 83 Punkte in 47 Drittliga-Spielen - eine überragende Bilanz, die die Fans mit "Uwe, Uwe"-Rufen feierten. Inzwischen sind die Rufe verstummt. Schafft es der Trainer noch, die Mannschaft auf das nächste Level zu heben? Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel hat Koschinat einen emotionalen Einblick in sein Innenleben gegeben:
"Ich kann nicht verhehlen, dass mich die Geschwindigkeit, mit der ich persönlich positiv an der Hafenstraße wahrgenommen wurde, emotional sehr mitgenommen hat. Das war etwas Großes, das war etwas, was mich sehr stolz gemacht hat. Was ein großer Antrieb für mich war."
Dass es jetzt in die andere Richtung geht, mache den 54-Jährigen ebenso emotional. Gleichzeitig weiß Koschinat, wie es im Fußball nun einmal läuft.
"Es geht hier nicht um mich. Ich weiß, wie schnell es in die andere Richtung geht. Das habe ich schon damals immer betont und das ist jetzt gerade der Fall. Aber das tut überhaupt nichts zur Sache, wenn es um Rot-Weiss Essen geht."
Koschinat zeigte sich in seiner Rede kämpferisch, will die Trendwende einleiten. Ihm fehle die Stabilität, sagte der Trainer, während er immer wieder mit der Hand auf den Tisch haute:
"Koschinat-Mannschaften zeichnen sich aus über Stabilität. Das macht mich sauer. Dass wir genau über diese Themen gerade reden müssen. Dass wir die wiederbeleben müssen, um die Erwartungshaltung der Menschen auch tatsächlich zu erfüllen."
Dem Trainer wäre zu wünschen, dass seine Mannschaft ebenso emotional auftritt, wenn das Flutlicht angeht und das Spiel gegen Waldhof Mannheim um 19 Uhr angepfiffen wird. Radio Essen überträgt das Spiel live.