Rot-Weiss Essen: DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig ist großer Fan

DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig ist Fan von Rot-Weiss Essen. Aber warum eigentlich? In seiner Vita taucht der Verein nirgendwo auf. Wir haben den DFB-Boss zum Interview getroffen. Es wurde ein Gespräch über eine Klatsche, Fan-Liebe und Currywurst.

© Radio Essen

DFB-Boss Andreas Rettig und Rot-Weiss Essen: Liebe und Leidenschaft

Spieler vom FV Bad Honnef, beim Wuppertaler SV und bei Viktoria Köln, Funktionär unter anderem bei Bayer 04 Leverkusen, dem SC Freiburg, dem 1. FC Köln oder dem FC St. Pauli. Andreas Rettig ist in der Welt des Fußballs schon ein bisschen rumgekommen. Seit dem 15. September 2023 ist der gebürtige Leverkusener Geschäftsführer beim Deutschen Fußballbund. Das Fan-Herz des 60-Jährigen schlägt allerdings für keinen der genannten Vereine. Einer der mächtigsten Männer im Deutschen Fußball ist Fan von Rot-Weiss Essen. "Ich habe meine Liebe und Leidenschaft für rot-weiss vor vielen Jahren entdeckt", so Rettig beim Besuch in der Radio Essen-Redaktion. Seit dem 5. Juni 2010 ist er nicht nur Fan, sondern auch Mitglied im Verein. Einen Tag nach dem der Verein die damalige Insolvenz bekanntgab. "Meine Liebe und Leidenschaft war schon vorher erwachsen", aber Rettig wollte einfach seinen Teil beitragen und helfen. Wie hat er dann zu Rot-Weiss Essen gefunden?

Rot-Weiss Essen-Fan trotz Klatsche

Es ist ein launiger Besuch zum Radio Essen-Interview. Kurz zuvor verlängerte der DFB den Vertrag mit Sportdirektor Rudi Völler, fast wäre Andreas Rettig deswegen verhindert gewesen. Aber "ist doch klar, wenn Radio Essen ruft, marschiere ich", sagt Rettig mit einem Augenzwinkern. Vor sich breitet er einen alten Zeitungsartikel und viele Zettel mit Erinnerungen aus.

"Warum wird man Fan von einem Verein? Weil das Wappen, weil große Spieler einen beeindrucken. Weil man von einem Stadionbesuch elektrisiert wurde. Bei mir war es eine Mischung aus allem."

So erklärt Rettig im Gespräch mit Radio Essen-Sportreporter Mario Arlt seine Liebe für Rot-Weiss Essen. Schon als Spieler beim Wuppertaler SV hat ihn ein Spiel im Georg-Melches-Stadion beeindruckt.

"Wir haben mal eine fürchterliche Schlappe gekriegt und hoch verloren. 6:0. Da denke ich jetzt nicht ganz so gerne dran."

Sonst ist der DFB-Geschäftsführer aber immer gerne in Bergeborbeck. Fast wäre er sogar mal als Verantwortlicher bei Rot-Weiss Essen gelandet. Wann das war, welche Verbindung er nach Kupferdreh und zum Hafenstübchen hat, verrät er im ersten Teil des Interviews.

© Radio Essen / Mario Arlt

Tor des Monats in Essen wird zur Tradition

Eine Erinnerung, die DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig mit Essen verbindet, hat aber ausnahmsweise nichts mit Rot-Weiss Essen zu tun. Beim Stadtrivalen Schwarz-Weiß Essen am Uhlenkrug schoss Klaus-Dieter Nuyken, Rettigs Mannschaftskollege in Wuppertal, das Tor des Monats. Daraus entwickelte sich eine Tradition:

"Wir treffen uns ein Mal im Jahr und begießen dieses Tor des Monats. Freitags oder samstags gucken wir uns ein Drittliga- oder Viertligaspiel an, spielen einen zünftigen Skat, trinken natürlich ein paar Stauder, wenn wir hier in der Nähe sind, ansonsten natürlich Kölsch. Klaus-Dieter hat dann immer die Medaille um den Hals und das Tor wird von Bier zu Bier schöner."

Auch mit Horst Hrubesch, aktuell Trainer der Frauen-Nationalmannschaft, werden regelmäßig gemeinsame Erinnerungen an Rot-Weiss Essen ausgetauscht.

Andreas Rettig im Radio Essen-Interview: Geht in die Stadien und feiert zusammen!

Im zweiten Teil des großen Interviews mit DFB-Geschäftsführer und Rot-Weiss Essen-Fan Andreas Rettig geht es um den Derbysieg gegen den MSV Duisburg, den geplanten Stadionausbau an der Hafenstraße und Fan-Liebe. Als Funktionär ist es sicher nicht einfach, Fußballfan zu sein. Jede Woche in der Kurve stehen geht da sicher nicht. "Dann habe ich Rückenschmerzen", lacht Rettig. Trotzdem war das eine der Gründe, wieso er seinen Posten bei der Deutschen Fußballliga aufgab. Zu sehr vermisste er das Jubeln und den Grasgeruch. "Am liebsten an der Hafenstraße", so Rettig. Geht das nicht, wird das Ergebnis natürlich als erstes am Handy gecheckt. Bei der Frage, was Fan-Liebe ausmacht, will er nicht pathetisch werden, spricht aber vielen Fußballfans aus der Seele:

"Ich denke es ist wichtig für jeden, gerade in Zeiten, die nicht immer nur Sonnenschein sind, eine Liebe und Leidenschaft für was zu entwickeln. Sich zu etwas zu bekennen, sich mit jemanden zu freuen, in der Gruppe und in der Gemeinschaft. Das Stadionerlebnis ist für mich das, was am Ende am emotionalsten ist."

Deswegen richtet er sich auch an den Nachwuchs:

"Geht in die Stadien. Feiert, feuert eure Mannschaften an. Leidet mit, das gehört auch dazu. Es ist nicht jeden Tag nur Siege feiern. Aber das hält zusammen."

Emotionalität wird auch bei Rot-Weiss Essen gelebt. Oder wie es Andreas Rettig ausdrückt: "Hier brennt jedes Mal die Luft". Was der DFB-Geschäftsführer noch von Essen kennt, vom Weihnachtsmarkt bis zu den Kneipen, seinen Tipp ob RWE diese Saison noch aufsteigt und wo es die beste Currywurst gibt - All das verrät Andreas Rettig im zweiten Teil des großen Interviews.

© Radio Essen / Mario Arlt

Mehr Themen aus Essen


Weitere Meldungen

skyline