
Neue Gedenkstätte in Essen für Opfer aus der Nazi-Zeit
In Essen mussten während der Zeit des Nationalsozialismus Häftlinge aus dem KZ Buchenwald arbeiten. Es gab ein Außenlager an der Straße Schwarze Poth. Dort soll es jetzt eine neue Gedenktafel geben.
Veröffentlicht: Freitag, 06.03.2026 11:57
Warum wird in Essen eine neue Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt?
Zwischen Dezember 1943 und März 1945 gab es in Essen ein Außenlager des KZ Buchenwald. Die Häftlinge mussten den Bauschutt nach den Bombenangriffen wegräumen und wieder aufbereiten. Der Lagerkommandant saß im Haus Schwarze Poth 13. Daneben standen die Baracken für die Häftlinge und dort mussten sie arbeiten. Die Straße und der Ort existieren heute nicht mehr. Das Lager befand sich zwischen der Rathaus Galerie und dem Viehofer Platz. Seit Jahren gibt es neben der Einfahrt in das Parkhaus unter der Rathaus Galerie ein Kunstwerk "Stadtwunde / Schwarze Poth". Dieses Kunstwerk nimmt aber niemand richtig wahr und es wird häufig beschädigt und verunreinigt. Damit ist es kein geeigneter Ort zum Gedenken an die Opfer, sagen die Politikerinnen und Politiker. Die Stadt hat deshalb nach einem neuen Standort für eine Gedenktafel gesucht. Das Kunstwerk "Stadtwunde" wird nach Rücksprache mit den Erben des Künstlers abgebaut. Es war schon immer als temporäre Installation gedacht. Das Kunstwerk stammt von Astrid Bartels und Werner Ruhnau.
Wo wird in Essen die neue Gedenktafel aufgestellt?
Die neue Gedenktafel soll jetzt auf der Porschekanzel vor der Rathaus Galerie aufgestellt werden. Auf der Tafel wird die Geschichte des KZ-Außenlagers erzählen und der Standort wird Teil des "Denkmalpfades Innenstadt". Die Tafel wird wie die anderen Erinnerungstafeln an die Geschichte der Stadt gestaltet. Am 11. April soll die Gedenktafel eingeweiht werden. Die US-Armee hat an dem Tag 1945 die Stadt Essen und das KZ Buchenwald befreit. Auf der Tafel wird es auch einen QR-Code geben und damit einen Link zu einer Website. Auf der Seite wird erklärt, was damals in dem Lager passiert ist und wie die Häftlinge dort leben mussten. Bis heute sind nicht alle Fakten bekannt. Neuere Forschungsergebnisse werden immer wieder auf der Seite ergänzt. Damals lebten dort rund 150 Häftlinge, die unter anderem auch Blindgänger im zweiten Weltkrieg entschärfen mussten. Das Geld (1000 Euro) für die Gedenktafel kommt aus dem Budget der zuständigen Bezirksvertretung. Die Politikerinnen und Politiker im Verkehrsausschuss haben den Plänen der Stadt bereits zugestimmt.
